Es geht darum, Schwerkranke in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten. Ihnen das Gefühl zu geben „Du bist nicht allein“. Aber auch darum, die Angehörigen zu unterstützen. Ihnen in dieser schweren Zeit, Raum zu schaffen und die Gelegenheit, sich ein wenig zurückzuziehen.

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Um die pflegerische und ärztliche Betreuung Schwerkranker zu ergänzen, hat sich vor 24 Jahren der ambulante Hospizdienst Hochrhein gegründet. Seit dieser Zeit arbeiten rund 60 Menschen, verteilt auf fünf Gruppen, im gesamten Landkreis Waldshut ehrenamtlich daran, die Lebensqualität in der letzten Lebensphase zu verbessern. Ursula Ofteringer und Lambert Hirsch sind zwei davon. Sie arbeiten seit 2013 beziehungsweise seit 2010 in der Bad Säckinger Gruppe mit. Beide haben sich bewusst für diesen ehrenamtlichen Dienst entschieden, weil sie der Meinung sind: „Keiner sollte alleine sterben.“

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„Es kommt das Alter, da setzt man sich mit dem Thema Tod auseinander“, erklärt Margit Jarday. Bereits von Beginn an ist sie eine von insgesamt drei Koordinatorinnen für den ambulanten Hospizdienst. Sie ist die erste Anlaufstelle, wenn sich Angehörige an den ambulanten Hospizdienst wenden und um Unterstützung bitten. Auch Ursula Ofteringer und Lambert Hirsch haben sich an die Koodinatorin gewandt. Allerdings nicht, weil sie Hilfe benötigten, sondern weil sie selbst mitarbeiten wollten. Bei dieser ehrenamtlichen Tätigkeit auch mit dem Tod in Berührung zu kommen, hat beide nicht abgeschreckt. Im Gegenteil: „Wir ziehen das Positive aus den Momenten, denn die Schwerkranken haben uns auch unheimlich viel zu geben“, erklärt Lambert Hirsch. „Es gibt Situationen, da lache ich gemeinsam mit diesen Menschen.“

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Obwohl beide bewusst die Entscheidung für dieses Ehrenamt getroffen haben, ist es nicht immer leicht, damit umzugehen. „Beim ersten Mal bin ich schon vor der Tür gestanden und habe erst einmal ein Stoßgebet gesandt“, erzählt Ofteringer. Wusste sie doch nicht, was sie hinter der Tür erwartet. Doch das ist heute kein Problem mehr.

Passende Auswahl

„Natürlich werden die künftigen Mitarbeiter nicht einfach eingesetzt“, erklärt Margit Jarday. Bevor die Mitarbeiter in die Familien kommen, werden sie geschult und auf ihre künftige Arbeit vorbereitet, kranke Menschen und deren Angehörige zu unterstützen und die letzte Lebenszeit gemäß den jeweiligen Bedürfnissen und Wünschen bewusst zu gestalten. Margit Jarday überlegt sich gut, welchen Mitarbeiter sie in welche Familien schickt. Schließlich „menschle“ es auch in dieser Situation.

Enge Beziehungen

In dieser Zeit der Unterstützung entwickeln sich mehr oder weniger enge Beziehungen zwischen dem Mitarbeiter und dem kranken Menschen. Und stirbt dieser Mensch, passiert es auch, dass dieser Tod dem Mitarbeiter sehr nahe geht. „Mein Garten und die Natur helfen mir unheimlich in dieser Situation“, erklärt Ursula Ofteringer. Der Dienst endet nicht mit dem Tod des Betreuten. „Wir schließen für uns selbst bei der Beerdigung ab“, erklärt Lambert Hirsch. Manchmal bleiben die Beziehungen auch nach dem Tod des Betreuten bestehen. „Das ist immer verschieden und das entscheiden die Angehörigen“, erklärt Hirsch.

Begleitung für die Mitarbeiter

Der ambulante Hospizdienst verfügt über so ein engmaschiges Netz, dass der Mitarbeiter gut aufgefangen werden kann, geht ihm der Tod eines Betreuten besonders nah. Zunächst einmal sind es die Gesprächskreise der Mitarbeiter einmal im Monat. Reicht das nicht aus, tauschen sich die Mitarbeiter auch außerhalb der festgelegten Gruppenstunden untereinander aus und auf Wunsch kann auch auf die Unterstützung eines Psychologen zurückgegriffen werden.

Lebenswertes Leben

„Es gibt auch die Möglichkeit für den Mitarbeiter, eine gewisse Zeit auszusetzen und sich erst einmal in keine andere Familie vermitteln zu lassen“, erklärt Jarday weiter. „Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Helfer gestärkt werden.“ Doch sowohl Lambert Hirsch als auch Ursula Ofteringer üben ihr Ehrenamt aus einer inneren Überzeugung heraus aus: „Es ist die Liebe zum Menschen hin, bis zum letzten Atemzug ein lebenswertes Leben zu ermöglichen.“