Die Stadt soll endlich auch für Rollstuhl- und Rollatorfahrer uneingeschränkt begehbar sein. Deswegen will das Demografiestrategische Forum (DSF) einen Gestaltungsleitfaden zur Schaffung von Barrierefreiheit und einen dazugehörigen Etat im Haushalt der Stadtverwaltung entwerfen. Bei einem Treffen der Mitglieder wurde eine entsprechende Anfrage an den Gemeinderat beschlossen.

"Es gibt schon Listen und Empfehlungen, was wir brauchen ist Struktur", erklärt Hartmut Fricke, Vorsitzender des DSF am Donnerstagabend im Marienhaus. Bisher seien nur einzelne Maßnahmen punktuell und ohne erkennbaren Plan vorgenommen worden. "Es wird zwar etwas gemacht, aber es bleibt Stückwerk", so Fricke. Das DSF, der Sozialverband VdK, der Behindertenbeirat und der Stadtseniorenrat haben schon im Oktober 2016 Prioritäten für Bauprojekte vergeben, die auch der Stadt vorliegen. Ganz oben auf dieser Liste steht etwa eine behindertengerechte Umrüstung der Ampel an der Lidl-Kreuzung oder ein Parkverbot vor der Bergsee-Apotheke an der Bergseestraße. Auch dem Sozialamt fehle ein barrierefreier Zugang.

In der Sitzung wird der Vorschlag diskutiert und Ergänzungen gemacht: Die Schweizer Gemeinde Stein solle mit einbezogen werden und für den Teil-Etat eine konkrete Summe genannt werden. Wie hoch diese Summe ausfällt, ist an diesem Abend jedoch noch nicht klar. Die Mitglieder des DSF wollen sich zunächst einen Überblick über die Kosten verschiedener Maßnahmen beschaffen. Ein Gespräch mit der Bauverwaltung der Stadt sei hier nötig.

Ein weiterer Tagespunkt ist ein Gutachten zum Sachstand der gesundheitlichen Versorgungsstruktur. "Das liegt allerdings noch nicht vor", so Fricke. Das Gutachten soll Mängel und Bedürfnisse in der gesundheitlichen Versorgungsstruktur aufdecken und wird von einer Consulting-Firma aus Berlin erstellt. Fricke hofft, dass das Gutachten bis zum Ende der Sommerferien vorliegt. Er sei optimistisch und verspricht sich davon einen konstruktiven Plan für die Zukunft des Standorts Bad Säckingen.

Auch der Besuch von Franz Müntefering im Marienhaus am 16. August wird nochmal aufgegriffen. Fricke berichtet davon, wie beeindruckt der ehemalige Vizekanzler von dem Bürgerforum war. "Herr Müntefering fand das DSF imposant, weil es zum größten Teil aus Bürgern besteht und auch aus der Bürgerschaft entstanden ist", erzählt Fricke. Dies sei so nicht üblich.

Das DSF

Das Demografiestrategische Forum wurde im Juli 2014 auf Anregung von Hartmut Fricke gegründet. Ziel ist es, Herausforderungen des demografischen Wandels zu erkennen und in der Öffentlichkeit bewusst zu machen. Im August zählte es 25 aktive Mitglieder.