Nicht die Höhe der Krankenkassenbeiträge sondern die nicht-sachgemäße Verwendung der Gelder ist für die verheerende Situation im Gesundheitswesen verantwortlich. Dies kritisiert der Vorsitzende des Demografie-Strategische Forum (DSF) Bad Säckingen, Hartmut Fricke, in einem Brief an den neuen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und fordert zugleich, dass er sich für eine "vernünftig strukturierte, angemessene und qualitätsvolle Versorung der Versicherten einsetzt, und dem "Diktat ökonomischer Zwänge abschwört. Den Ansatz, die erzielten Überschüsse der gesetzlichen Krankenversicherungen zum Anlass zu nehmen, die Beiträge zu senken sei auf jeden Fall falsch. Zielführender wäre eine Weitergabe des Geldes an die Kliniken und die Ärzte. Auch erwartet das DSF eine Einschätzung des Gesundheitsministers als Antwort auf das Schreiben.

Mehrere Gründe führt das DSF in seinem Brief dafür an, dass Beitragssenkungen nicht die Lösung für die aktuelle Misere im Gesundheitswesen sein könnten: "Die Kliniken und Krankenhäuser sind seit der Einführung der Fallpauschalen weitgehend unterfinanziert und werden zum Teil wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit geschlossen", so Fricke. Viele niedergelassenen Ärzte geben altershalber und teilweise auch aus wirtschaftlichen Gründen ihre Praxen auf. Nachfolger gebe es selten, dies vor allem in den ländlichen Gebieten. Fachpersonal zu finden, werde ebenfalls immer schwieriger, und zwar "nicht nur des Verdienstes wegen, sondern vor allem auch wegen der unangemessenen Rahmenbedingungen und Personalschlüssel", argumentiert Hartmut Fricke.

Die seit Jahrzehnten beklagte überbordende Bürokratie behindere das Personal in seiner originären Arbeit und werde zur wirtschaftlichen Belastung für Einrichtungen. Die Kassenbeiträge und die Zusatzbeiträge werden primär von den Beitragszahlern zur ausreichenden Finanzierung von Kliniken und niedergelassenen Ärzten sowie zur Bereitstellung und Finanzierung notwendiger Medikamente bezahlt, um eine funktionierende und ausreichende Gesundheitsvorsorge und Heilung sicherzustellen. "Es ist keineswegs einzusehen und nachvollziehbar, dass diese Beiträge durch einen Gesundheitsfond oder andere interne Verteilungsmechanismen als Rücklagen zurückgehalten oder zur Absenkung der Beitragshöhe verwendet werden", bringt es das Fricke auf einen Nenner.