Beim Konzertprogramm im Fridolinsmünster gastierte das Calmus Ensemble aus Leipzig, darüber freute sich Bezirkskantor Markus Mackowiak. Unter der Überschrift „Prayer“ interpretierte das Ensemble je vier geistliche Werke von G. Pierluigi da Palestrina (1525 bis 1594), H. Schütz (1585 bis 1672), J. G. Rheinberger (1839 bis 1901) und J. Taverner (1944 bis 2013).

Von der ersten Note des „Benedictus Dominus“ von Rheinberger beherrschte warmer, ausdrucksvoller Gesang das Münster. Mühelos füllten die fünf Stimmen den ganzen Klangraum der Kirche. Das „Singet dem Herrn ein neues Lied“ nach Psalm 96 von Schütz wurde als Quartett gesungen, die weibliche Stimme stand im deutlichen Kontrast zu den drei männlichen. Taverners Lied „They Are All Gone Into The World Of Light“, zum Text passend aus dem Chorraum vom Altar her gesungen, klang wunderschön aus der Distanz. Die zum Teil ungewohnten Harmonien bei Taverner werden dadurch bekömmlich, dass sie so lupenrein vorgetragen werden, wie das die Mitglieder des Calmus Ensembles taten.

Die volle Aufmerksamkeit des Publikums hatte Taverners Wiegenlied – unmittelbar vor dem Publikum dargebracht. Es wies reiche, eher aufweckende Harmonien über dem tragenden, beruhigenden Bass auf. Voller Innigkeit wurde das „Benedictu es tu“ von Rheinberger intoniert. Ergreifend war auch Taverners Anrufung „Prayer For The Healing Of The Sick“. Der folgende Dankgesang „In Deo speravit cor meum“ von Rheinberger erstrahlte hörbar von ganzem Herzen. Das letzte Stück war die Vertonung des Shakespeare-Sonetts „Fear No More“ von Taverner. Im dreifach erklingenden „Alleluja“ erklangen jede Note und jeder Vokal wunderbar einheitlich.

Das Calmus Ensemble ist im wahrsten Sinne des Wortes „ensemble“, das Zusammenwirken beginnt mit dem gleichzeitigen Einatmen vor dem Stück, setzt sich in exakt abgestimmten Einsätzen und beeindruckender Homogenität fort. Die Zuhörer können spüren, wie viel Freude die Mitglieder am gemeinsamen Musizieren haben. Das tief bewegte Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen. Die Künstler freuten sich über die Akustik im Fridolinsmünster und über ihren ersten Aufenthalt in Bad Säckingen. Als Zugaben sangen sie ein Taiwanesisches Volkslied und „Der Mond ist aufgegangen“.

Termin: Das nächste Konzert im Fridolinsmünster findet am 13. Juli statt. Unter der Leitung von Markus Mackowiak werden Bachkantaten aufgeführt.