Fragen zur Machbarkeit und politischer Förderung von Integration beschäftigten die Mitglieder des CDU-Stadtverbands Bad Säckingen bei einer Diskussionsrunde am vergangenen Freitagabend besonders. Thematisiert wurden darüber hinaus auch der geplante Gesundheitscampus, die A98, der Breitbandausbau, sowie die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke. Neben den örtlichen Parteimitgliedern war die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller zu dem Treffen eingeladen. Hartmann-Müller, die vor gut einem Jahr die Nachfolge von Felix Schreiner in Stuttgart antrat, berichtete über die Arbeit der CDU-Fraktion im Landtag.

Am lebhaftesten debattiert wurde über mögliche Defizite bei der Integration, speziell im Bereich der frühkindlichen Erziehung. Angeregt wurde die Thematik eines jungen CDU-Mitglieds, der von seinen Erfahrungen als Praktikant im Rheinfelder Rathaus berichtete. So gäbe es verhaltensgestörte Kinder in den städtischen Betreuungseinrichtungen und immer wieder Fälle von fehlender Integrationsbereitschaft. Dem, was er als "Missstände" und "Verrohung der Gesellschaft" erlebt, konnte Hartmann-Müller so jedoch nicht zustimmen. Es gebe zwar immer wieder schwierige Phasen, generell dürfe man aber nichts verallgemeinern.

Traditionen und christliche Werte dürfen auch bei einer toleranten Haltung nicht untergraben werden – so der allgemeine Tenor der CDU-Mitglieder. Ganz klar sprachen sie sich deshalb gegen Bestrebungen aus, Weihnachtsfeiern in Kindergärten aus Rücksicht auf andere Religionen in "Winterfeste" umzubenennen. Auf die Nachfrage von CDU-Mitgliedern welche Maßnahmen auf landespolitischer Ebene dagegen unternommen werden können, konnte Hartmann-Müller keine konkrete Antwort geben. Kinderbetreuung sei in erster Linie eine kommunale Sache.

Eher verhalten wurde über die anderen Belange der Hochrheinregion gesprochen, wobei in Sachen Breitbandausbau, Elektrifizierung und A98 kaum Neues berichtet werden konnte. Für Gesprächsstoff sorgte dagegen die Finanzierung des Gesundheitscampus. Klaus-Konrad Umbreit befürchtet, dass dies zu Lasten der Stadt geschehe. "Wenn der Campus finanziell nicht machbar ist, wird er nicht umgesetzt", sagte dagegen Rainer Kaskel. Er, wie auch Klaus Kummle, forderten, dem Campus eine Chance zu geben. Es brauche die Akzeptanz und einen Stimmungsumschwung bei den Bürgern, ebenso wie beim Personal. Dafür müssten die Voraussetzungen geschaffen werden.