Bad Säckingen/Hochrhein – Das Sturmtief „Burglind“ hat am Mittwoch am Hochrhein großflächig Probleme verursacht. "Es wurden Unmengen von Bäumen umgeblasen, Schilder wurden umgeweht und Baustelleneinrichtungen beschädigt", erklärte Polizeisprecher Dietmar Ernst auf Nachfrage. Auch Dachziegel und andere nicht befestigte Gegenstände wurden durch die Gegend geschleudert. Die Schäden seien flächendeckend in der ganzen Region gemeldet worden, es blieb aber in der Regel bei Sachschäden im überschaubaren Rahmen. "Die ganz gravierenden Ereignisse sind aber zum Glück ausgeblieben", so Ernst weiter.

Wie die Energiedienst Holding mitteilt, gab es infolge des Sturms auch weiträumige Stromausfälle zu verzeichnen: "Unser gesamtes Netzgebiet war davon betroffen", so Unternehmenssprecherin Anke Roggenkamp. Das Gebiet umfasste reicht vom Hochschwarzwald über das Wiesental, den Hotzenwald bis an den Hochrhein: "Meistens sind Bäume auf Freileitungen gestürzt und haben diese gekappt", so Roggenkamp im Gespräch mit unserer Zeitung. Erschwert wurden die Reparaturmaßnahmen, mit denen 40 Mitarbeiter beschäftigt waren dadurch, dass der Zugang zu Schadstellen blockiert war. Daher gelang es dem Unternehmen nicht, im Lauf des Mittwochs alle Leitungen zu reparieren. Das Hauptaugenmerk wurde stattdessen darauf gelegt, alle Menschen in der Region wieder möglichst schnell mit Strom zu versorgen. 

Die Bad Säckinger Feuerwehr war mit den Auswirkungen des Sturmtiefs von 10 bis 14 Uhr beschäftigt. Bäume im hohen zweistelligen Bereich seien beseitigt worden, so Stadtkommandant Tobias Förster. Auf der Rippolinger Straße befreiten die Feuerwehrmänner einen Mann aus einem Auto, auf das ein umstürzender Baum gefallen war. Wie Förster sagte, war der Autofahrer nur leicht verletzt. Die Zahl der Einsätze summierte sich auf 20 bis 25, so Förster. Daneben mussten die Feuerwehrleute auf Dächern teils locker gewordene Ziegel und in einem Fall einen Kamin absichern. Die Straße über den Eggberg nach Rickenbach blieb gestern am Nachmittag gesperrt. Die Männer des städtischen Forstamtes waren dabei, Bäume zu beseitigen und weitere Bäume entlang der Straße auf Standfestigkeit zu prüfen, informierte Stadtförster Gabriel Hieke. Wegen der Folgen des Sturms musste der Forstamtschef mehrere Mitarbeiter aus dem Urlaub holen. Auch im Verlauf des späteren Nachmittages blieben die Kräfte noch in Hab-Acht-Stellung, da zeitweise immer wieder heftige Böen über den Hochrhein fegten.

<strong>Bad Säckingen/Rickenbach:</strong> Am Eggberg stürzte ein Baum auf ein Auto. Der Fahrer konnte von der Feuerwehr befreit werden. Bild: Feuerwehr Bad Säckingen
Bad Säckingen/Rickenbach: Am Eggberg stürzte ein Baum auf ein Auto. Der Fahrer konnte von der Feuerwehr befreit werden. Bild: Feuerwehr Bad Säckingen | Bild: Feuerwehr Bad Säckingen

In Laufenburg waren 71 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW im Einsatz. Schwerpunkt war laut Stadtkommandant Markus Rebholz die Offenhaltung der Landstraße 151a von Laufenburg auf den Hotzenwald: "Da die zweite Spange zwischen Hottingen und Hänner Stunden lang durch Sturmholz blockiert war, wurde diese Strecke als Ausweichroute benötigt." Ansonsten habe es acht weitere Einsätze gegeben. In Grunholz stürzten Bäume auf ein Hausdach. Auch ein Trampolin, Teile einer Baustelle und etliche Bäume flogen laut Rebholz durch die Gegend, blockierten Straßen und mussten beseitigt werden.

Kein Durchkommen hieß es gestern Nachmittag am Eggberg. Dort hat der Sturm erhebliche Schäden angerichtet. Bild: Andreas Gerber
Kein Durchkommen hieß es gestern Nachmittag am Eggberg. Dort hat der Sturm erhebliche Schäden angerichtet. Bild: Andreas Gerber

Die Allmendstraße zwischen Laufenburg und Rotzel wurde bereits am Morgen präventiv gesperrt: "Hier kommt es bei Stürmen immer zu Problemen", so Rebholz. Ziel sei es gewesen, von vornherein eine Gefährdung von Menschen auszuschließen.

In der Gemeinde Murg wurde die Feuerwehr zu sieben Einsätzen gerufen. So auch zwischen Hänner und Hottingen, wo auf der Landstraße eine Person mit Auto auf der Landstraße zwischen umgestürzten Bäumen eingeschlossen war. Hier unterstützte die Feuerwehr Rickenbach von Hottinger Seite her. Auch bei den anderen Einsätzen hatte es die Feuerwehr mit umgestürzten Bäumen zu tun. Im Gewerbegebiet West kam es außerdem zu kleineren Überflutungen. Es waren insgesamt 40 Personen im Einsatz.

Aufräumen nach dem Sturm hieß es für diese beiden Jugendlichen, die Ziegeltrümmer von der Straße fegten. <em>Bild: Peter Schütz</em>
Aufräumen nach dem Sturm hieß es für diese beiden Jugendlichen, die Ziegeltrümmer von der Straße fegten. Bild: Peter Schütz

Auf dem Hotzenwald und in Todtmoos wurden laut Polizei etliche Straßen aufgrund umgestürzter oder schräg hängender Bäume teils komplett gesperrt. In der Nähe von Strittmatt wurde ein Auto zwischen umgestürzten Bäumen eingekeilt. Von 11 Uhr bis 15.40 Uhr waren alle Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Rickenbach im Einsatz. Wie der stellvertretende Gesamtkommandant Karl Kaiser darstellte galt es zahlreiche Bäume zu beseitigen. Die Aufräumarbeiten seien zum Teil sehr aufwendig gewesen. Auch wenn der Sturm erwartet worden war, sei dessen Wucht, dennoch überraschend gewesen. Auch in Herrischried und den Ortsteilen waren die Einsatzkräfte stundenlang mit der Beseitigung von Bruchholz beschäftigt, so Gesamtkommandant Christian Dröse. Hinzu kam gegen 14 Uhr ein Kaminbrand in Wehrhalden, der aber glimpflich ablief. Insgesamt hatte die Feuerwehr Herrischried mit den Folgen des Sturms Burglind mehr zu tun, als mit dem Sturm Lothar 1999, konstatiert Dröse.

Erheblicher Schaden: Auf dem Niederwihler Sportplatz wurden ein Ballfangzaun und die Tore beschädigt. Bild: Peter Schütz
Erheblicher Schaden: Auf dem Niederwihler Sportplatz wurden ein Ballfangzaun und die Tore beschädigt. Bild: Peter Schütz

Etliche Bäume musste auch die Feuerwehr Wehr im Lauf des Tages von den Straßen beseitigen. Das Gebiet zwischen Wehr, Dossenbach und Schopfheim war über mehrere Stunden voll gesperrt. Einige Dachziegel eines Wohnhauses wurden um die Mittagszeit von einer Sturmböe heruntergeweht. Die Bewohner des Hauses in der Todtmooser Straße alarmierten die Wehrer Feuerwehr, die mit Hilfe der Drehleiter und Ersatzziegeln den Schaden wieder beheben konnte.

Mit querliegenden Bäumen über der Straße bekam es nicht nur die Feuerwehr Herrischried zu tun. Bild: Julia Gerber
Mit querliegenden Bäumen über der Straße bekam es nicht nur die Feuerwehr Herrischried zu tun. Bild: Julia Gerber