Mit viel Beifall aufgenommen wurde der Film „Brooklyn Pritsch“, für den die 17-jährige Drehbuchautorin, Produzentin und Regisseurin Hannah Stolze verantwortlich zeichnete. Zu der Premiere am Freitagabend im Gloria-Theater waren so viele Mitwirkende, Angehörige, Freunde und Unterstützer gekommen, dass das Theater wider Erwarten das Parkett öffnen musste.

In dem 25-minütigen Film geht es am Rande um die Eitelkeiten der Filmbranche, vor allem aber gelingt es, die schwierige Beziehung der jungen Brooklyn, genannt Lyn, zu ihrer Mutter zu zeigen. Bereits im Eingangsbild wird deutlich, wie Lyn (gespielt von Carlotta Nübel) sich vor ihrer Einsamkeit in Träume flüchtet und alleine in den Himmel starrt, bis sie von einem Fußball getroffen und in die Realität zurückgeholt wird. Zwei Jungs, gespielt von Fynn Brunner und Jakob Stolze, möchten einen Film drehen, und nach anfänglichem Zögern lassen sie Lyn mitmachen, weil sie ihnen verspricht, einen berühmten Schauspieler zu engagieren. Ihre Mutter ist nämlich eine vielbeschäftigte Agentin, die beste Kontakte, aber wenig Zeit für ihre Tochter hat. Die Regisseurin schildert diese distanzierte Beziehung, indem sie Mutter und Tochter konsequent aneinander vorbeisprechen und den Blickkontakt vermeiden lässt. Christina Berger, die die Rolle der Mutter übernommen hatte, meinte dazu: „Auch wenn mir dies schwerfiel – ich durfte nicht zu freundlich zu meiner Tochter sein, da hatte ich eine strenge Regieanweisung von Hannah.“

Lyn gelingt es, den von Helmut Kaltenbach verkörperten Star für das Filmprojekt zu engagieren. Als der nach Harpolingen kommt, erkennt er, dass er von den Jugendlichen ausgetrickst wurde. Die Geschichte entwickelt sich weiter, dreht sich, man begegnet bekannten Zitaten aus der Filmgeschichte, einer Verfolgungsjagd durch Harpolingen. Und am Ende? Da heimst doch der ausgetrickste Star allen Ruhm ein. Enttäuschung und Einsamkeit bei Lyn. Aus dem Off ertönt die Stimme der Mutter, die Lyns Namen ruft: Eine mögliche Wende in der Beziehung der beiden?

Bei der Premiere dankten Hannah Stolze und der Kameramann Jakob Stolze allen Mitwirkenden. „Die Idee zu dem Drehbuch kam mir über Nacht; ich erzählte meinem Bruder davon, und er fand sie gut“. In den Sommerferien 2016 schrieb sie das Drehbuch. In diesem Jahr drehten sie an zehn Tagen die Szenen und stellten den Film im Sommer fertig. „Die erste Kamera bekamen wir schon im Grundschulalter geschenkt“, erzählt der 15-jährige Jakob Stolze. Sie seien zwar Autodidakten, hätten aber viel von anderen Filmen und auch aus eigenen Fehlern gelernt. Der gelungene Wechsel zwischen Gesamt- und Detailaufnahmen, der Wechsel zwischen Erzähler- und personaler Perspektive, die aussagekräftigen Bilder und die stimmige Atmosphäre des Films geben ihnen recht.