Mit Getöse und Gejammer endete gestern die Bad Säckinger Fasnacht 2016. Der Böög flog diesmal allerdings nicht in die Luft: zuviel Wind. Oberhüüler Dirk Gottstein ging trotzdem in Tränen unter. Bescheidener als sonst war wegen des Sturms auch die Zahl der Schaulustigen, die sich um den Scheiterhaufen auf dem Rathausplatz versammelt hatten, um das schaurig-schöne Spektakel mitsamt Grabrede zu verfolgen. Oh jeeeeh, oh jeeeeh. Dafür gab's dann bei dem traditionellen Rückblick auch wieder einiges zu lachen über Pleiten, Pech und Pannen während der fünften Jahreszeit.

Kommunalpolitik und Bürgermeister bekamen dabei traditionsgemäß ihr Fett weg. „An unserer Fasnachtseröffnung war dann alles botte. Sämtliche Politiker hän sich zeige lo. I glaub die ware jedoch nit nur wegen unsrem schöne Turm do, sondern mäh auf Stimmefang“, meinte Oberhüller Gottstein. „Man merkt halt gli das Wahle astön.“ Bürgermeister Alexander Guhl die Levite gelesen hatte zur Fanachtseröffnung Chefankläger Oli Jehle. Gottstein fand das „richtig super!“ Und: „Erstaunlich isch, dass jemand der eigentlich gar nüt macht, doch soviel falsch mache ka.“ Auch dessen Verteidigung sei „erbärmlich“ gewesen: „Meh als übers Esse verzälle isch dem nit i'gfalle.“

Die Narrenzunft selbst blieb gestern vom Rednerpult herab auch nicht verschont. So etwa Brauchtumsbeauftragter Wolfgang Butz. „Als er für sine Verdienste geehrt worde isch, hät er doch vor lauter Aufregig vergesse, sin Häs anzuziehen. Isch der doch glatt mit en Anzug ko.“ Gottstein berichtete unter anderem weiter vom Ausflug der Narrenzunft zum großen Narrentreffen nach Lindau. „Die Narrezunft war mit über 90 Hästrägern debi und alle ware sie in Bregenz unterbracht. Nachts hät aber de ein oder andere Joggele de Busplan nimme blickt. So sind sie nit in Bregenz, sondern in Konstanz ako, grad am andere End vom See.“

Viele Wälder und Wälderinnen waren an Fasnacht unterwegs und „hän des Brauchtum so richtig schön gepflegt“. Was jedoch gar nicht gehe, „isch des sinnlose Besäufnis der Jugendlichen und des hauptsächlich auf de Lohgerbe. Die Stadt, die Narrenzunft und au die Polizei hän ä Menge probiert des in Griff z'krige. Des isch leider bis jetzt no it so richtig g'lunge. Vielleicht sotte au die Eltern vo dene Jugendlichen mal luge was ihre Nachkomme do so mache! Oh jeeeh, oh jeeeeh, ihr Eltern, schauet doch mol was euri Kinder mache.“Im Visier hatte Gottstein gestern auch einen abtrünnigen Wälder. Der hätte gegenüber der Presse „verdammt viel Schlaues von sich geh“. „Vielleicht sot ma jedoch nit nur schwätze sondern au öbbis mache…. I glaub' des nächste Interview, wo ma vo ihm lese, wird die Headline ha, min letzte Stadionbesuch bim FC 08.  Des isch so en Narretier, oh jeeeh, oder besser gsagt, des war mol ein Narretier.

Beim Narrenspiegel ist „viel über die neue Priis diskutiert worde, da gab es positive wie au negative Stimme. Fakt isch aber, dass die Narrezunft es gschafft hät, dass endlich alle Abende fast glichmässig gfüllt ware.“

Ende: „Eigentlich endet die närrische Zeit jetzt ja doch noch nicht. Es heißt jetzt dann halt nur nimme Fasnacht sondern Wahlkampf. Oh jeeeeeh, Oh jeeeeeeh, da werde die Politiker wieder abgo.“ „So Böög, jetzt isch es vorbei – ä kurzi aber super schöni Fasnacht goht zu Ende. Nimm jetzt din letzte Schluck denn jetzt goht's dir an de Krage.“ Nächster erster Faiße ist der 9. Februar 2017. „Also es goht dagege!“