Mit der Eröffnung der Ausstellung „Kindersoldaten“ am Sonntag findet nun bis zum 28. März eine in Deutschland hinsichtlich Thematik und Größe einzigartige Ausstellung in der Villa Berberich statt. Der Kurator Reinhard Schultz setzt dabei nicht auf Schockeffekte, sondern auf eindrückliche Bilder junger Menschen aus den verschiedensten Regionen und Zeiten.

Frank van Veen als neuer Leiter des Kunstvereins Hochrhein freute sich sehr über die zahlreich erschienenen Gäste, die sich zur ersten Ausstellung des Vereins unter seiner Leitung eingefunden hatten. Das Thema Kindersoldaten sei gerade in Hinblick auf die aktuelle weltpolitische Lage von besonderer Brisanz. So setzte nicht nur Warlords in Afrika Kindersoldaten ein, auch der IS nutze Kinder als Selbstmordattentäter, erklärte van Veen. Man habe bewusst auf grausame Bilder von toten und verletzten Kindern verzichtet, erklärte der Kurator Reinhard Schultz zur Auswahl der Exponate. Man wolle den Betrachter nicht schockieren oder sogar traumatisieren. „Es reicht, wenn man es weiß, man muss es meiner Meinung nicht direkt sehen“, so Schultz. Wichtig sei ihm auch die vielfältige Darstellung der Thematik gewesen. So wechseln sich Collagen mit stark bearbeiteten Bilder ab, aktuelle Fotografien stehen neben Bildern junger Soldaten aus den vergangenen Weltkriegen. Der Kurator ging in seiner Ansprache auch auf die Fotografen hinter den Bildern ein. So sei es für die zumeist freischaffenden Männer und Frauen, die für ihre Arbeit ihr Leben aufs Spiel setzten, immer schwieriger, Abnehmer für ihre Bilder zu finden. Viele große Organisationen wie die Uno oder Unicef haben in den vergangenen Jahren sogar ältere Bilder mit Kindersoldaten aus ihren Datenbanken gelöscht.

Grund für diesen seiner Meinung nach präventiven Gehorsam, so Reinhard Schultz, sei, dass man es sich nicht mit den lokalen Machthabern verscherzen wolle. Denn diese haben naturgemäß kein Interesse daran, dass ihre Gräueltaten visuell dokumentiert werden. Umso wichtiger, so Frank van Veen und Reinhard Schultz, sei eine Ausstellung wie diese, um ein Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen. Zu denke gebe etwa, dass selbst die Bundeswehr Minderjährige zu Soldaten ausbilden würde. Begleitend zur Ausstellung wird in der Villa Berberich am kommenden Sonntag, 6. März, um 11 Uhr die Therapeutin Elisabeth Kaiser von der Hilfsorganisation Vivo International Konstanz zum Thema „Warum Kinder töten“ referieren. Am Mittwoch, 16. März, wird dann der Autor Heinz Schlögl um 18 Uhr aus verschiedenen Werken zur Thematik Kindersoldaten lesen.


Ausstellung

Die Ausstellung ist bis zum 28. März immer mittwochs von 16 bis 18 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Das Kulturhaus Villa Berberich beherbergt neben den Ausstellungsräumen auch ein Mineralienmuseum und ein Café.