Bernhard Brecht ist an die Spitze des Bad Säckinger Münsterchors zurückgekehrt: Vor einem Jahr hatte er nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidiert und war von Matthias Lebert abgelöst worden. Weil dieser aus beruflichen Gründen die Stadt verlassen hat, erklärte sich Bernhard Brecht nun bereit, bis zur nächsten regulären Wahl in zwei Jahren als Sprecher des Chors zur Verfügung zu stehen, und wurde einstimmig gewählt.

Nachfolge geregelt

Martina Robert signalisierte ihre Bereitschaft, in zwei Jahren den Vorsitz zu übernehmen. Bis dahin wird sie sich einarbeiten und Bernhard Brecht zur Seite stehen. In das Amt des Kassenwarts, das Brecht vor einem Jahr übernommen hatte, wählten die Mitglieder einstimmig Michael Bruckschlegel; seine Arbeit werden Werner Hieke und Iris Storkenmaier prüfen.

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Herausragendes Ereignis war die „zweite Uraufführung“ eines Requiems, das der heute weitgehend unbekannte Johannes Westermayer im Jahr 1790 anlässlich des Todes einer Stiftsdame komponiert und dem Säckinger Chor gewidmet hatte. Bernhard Brecht dankte der Münsterarchivarin Adelheid Lang, die das Werk entdeckt, und dem Dirigenten Markus Mackowiak, der die 80 handschriftlichen Notenblätter in eine moderne Partitur übertragen hatte. Die Aufführung im vergangenen November „war für uns eine Herausforderung, aber die Mühe hat sich gelohnt“, sagte der Vorsitzende und drückte die Hoffnung aus, dass der Chor durch „beeindruckende Konzerte“ Interesse wecken und neue Mitglieder finden werde.

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Die Statistik von Schriftführer Timo Rager wies neben der Aufführung des Westermayer-Requiems 44 Proben, neun Auftritte in Gottesdiensten und vier Auftritte im Rahmen einer Vesper aus. Die Mitgliederzahl wuchs um zwei Personen auf 40 Sänger. Ihnen bescheinigte Markus Mackowiak, dass sich der Chorklang weiter verbessert habe.

Ein Experiment

Das Einstudieren des Requiems sei mangels Referenz-Einspielungen ein Experiment gewesen, doch das Resultat sei erfreulich, zumal es sich bei dem Werk keineswegs um eine „08-15-Komposition“ handle. Mit Blick auf Überlegungen der Erzdiözese Freiburg, die Zahl der Seelsorgeeinheiten auf 40 zu reduzieren, deutete der Dirigent an, dass auch für die Kirchenmusik Veränderungen anstünden, auch wenn noch vieles offen sei: „Es wird weiterhin Chöre geben, aber die heutigen Strukturen bleiben wohl nicht bestehen.“

Ehrung

Dekan und Präses Peter Berg dankte dem Münsterchor für seinen Einsatz, schließlich sei die Musik ein Teil der Verkündigung. Für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielt Georg Hammer die Ehrenurkunde des Cäcilienverbandes der Erzdiözese. Bernhard Brecht dankte Matthias Lebert und seiner Ehefrau Ulrike, die im Sommer ebenfalls wegziehen wird, für deren 18-jährige Mitgliedschaft sowie der ehemaligen Pfarrsekretärin Monika Kreutz. Der Chor wird im September einen Jahresausflug nach Luzern unternehmen und am Brückenfest teilnehmen.

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