Werke des 19. und frühen 20. Jahrhunderts standen auf dem Programm des 49. Konzerts im Sigma-Zentrum. Zu diesem Abend waren die Studentinnen der Freiburger Musikhochschule Sofía Ogas (Cello) und Noémie Berz (Klavier) eingeladen.

Trotz oder gerade wegen der Kürze der Stücke bot das Konzert eine große Vielfalt an musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten. Ein Kosmos im Kleinen war Debussys 1915 geschriebene "Sonate für Cello und Klavier". Mit ihrer Tendenz zur Auflösung der Formen, der irisierenden, mit Chromatik gewürzten Harmonik, den flirrenden Cello-Passagen und dem kunstvollen An- und Abschwellen des Tones sowie den koloristischen Schattierungen zeigte sie typisch impressionistische Stilmerkmale. Doch mit dem pointierten Prolog stellte sie sich in die Tradition des französischen Barock. Die Serenade und das Finale zeigten durch zahlreiche Pizzikati eher perkussive Züge sowie einen leichten Hang zur Groteske.

Einen wunderschönen, kultivierten Gesang über einer dezenten Klavierbegleitung entfaltete die Cellistin in Rachmaninows melancholischem „Lied für Cello und Klavier“, das die beiden Musikerinnen mit einem Präludium und einem orientalischen Tanz kombinierten. In den ursprünglich für Klavier und Klarinette komponierten Fantasiestücken gab Schumann den Ausführenden durch Titel wie „zart und mit Ausdruck“, sowie „lebhaft, leicht“ und „rasch und mit Feuer“ Interpretationshilfen. Der Cellistin gelang es, den Klarinettenpart auf ihr Instrument zu übertragen. Das Duo bewies in den zarten, sanglichen Passagen viel Einfühlungsvermögen, und wie gut die beiden harmonierten, war auch darin abzulesen, mit welcher Selbstverständlichkeit sie in Dialoge traten und die Motive einander zuspielten.

Und es gelang ihnen, bei aller melodischen Schönheit immer wieder, den für Schumann typischen nervös-expressiven Grundduktus durchscheinen zu lassen.

In dem „Allegretto grazioso“ in Form eines Rondos ließ sich Dvorák von der heimischen Folklore beeinflussen. Das Duo Sofía Ogas und Noémie Berz spielte die Ritornelle mit tänzerisch-heiterer Ausgelassenheit und setzte in den gewollt polternden Passagen sogar humoristische Akzente. Und mit Cassadós „Requiebros“ (deutsch: Komplimente) gelang den Musikerinnen ein virtuoser und leidenschaftlicher Abschluss mit markantem Akkordspiel und rauschhaftem Figurenwerk im Klavier sowie energischem Bogenstrich im Cello. Als Zugabe und Dank für den Beifall des Publikums folgte schließlich ein ruhiges Sibelius-Lied.