Mehr als 40 Jahre ist es her, da wurden die Musik, der Film und sein Hauptdarsteller Kult: „Saturday Night Fever“. Schlaghosen und Discokugeln, ein Mann mit lackschwarzen Haaren, Grübchen am Kinn, im weißen Anzug, mit federndem Gang und einem Gebaren wie ein Pfau.

Unvergessene Musik

Der Film „Saturday Night Fever“ löste Ende der 70er Jahre eine Disco-Welle aus. Vor allem die Musik der Brüder Barry, Robin und Maurice Gibb als The Bee Gees machte den Film unvergessen. Am Donnerstagabend gab es nun ein Wiedersehen mit dem tanzverrückten Italo-Amerikaner Tony Manero und der Musik dieser Zeit. Die Frank Serr Showservice International Broadway Musical Company New York präsentierte auf Europa-Tournee das Musical „Saturday Night Fever“ von Robert Stigwood & Bill Oakes in einer neuen Version von Ryan McBryde im Gloria-Theater in Bad Säckingen.

Es war zwar nicht Samstagnacht, sondern ein Donnerstagabend, und die Ohrwürmer und legendären Hits der Bee Gees wie etwa „Tragedy“, „How Deep Is Your Love“, „Staying Alive“, „Night Fever“ oder „You Should Be Dancing“ waren der Dramaturgie des Musicals angepasst. Und die Dramaturgie selbst der einer Tourneeproduktion. Das Musical punktete vor allem mit fetzigen Tanzszenen, viel Action und den schrill-bunten Outfits im Stil der 70er Jahre. Gut gemacht war das Bühnenbild, das eine Häuserschlucht im Manhattan der 70er Jahre zeigte, drehbare Kulissen, die als Wohnung, Tanzstudio, Straße oder Disco dienten. Pfiffige Ideen gab es auch, wie etwa die Szene, in der die nur schemenhaft erkennbaren Darsteller nach dem Tod seines Freundes mit Taschenlampen vor dem Gesicht um Toni herumtanzten, was ihnen ein gespenstisches Aussehen verlieh.

Schwächen bei Gesang und Tanz

Allerdings war Marius Bingel als Discokönig Tony Manero tänzerisch kein John Travolta. Ihm fehlte die Geschmeidigkeit des Körpers, die sich Travolta damals innerhalb vieler Monate speziell für diese Rolle antrainiert hatte. Auch gesanglich konnten weder Marius Bingel noch die restlichen männlichen Darsteller wirklich überzeugen.

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Dagegen überzeugten die Darstellerinnen mit ihrem tänzerischen Können und zwei unter ihnen auch mit ihrem gesanglichen Talent: Nadine Kühn als verschmähte Annett und Carina Fitzi als Stefanie Mangano, mit der Tony den Tanzwettbewerb gewinnt. Corinna Fitzi ist im Übrigen ein bekanntes Gesicht im Bad Säckinger Gloria-Theater: Sie spielte in der hauseigenen Produktion von „Happy Landing“ mit. Das Publikum jedenfalls fühlte sich bestens unterhalten, wie speziell der große Jubel am Ende der Show bewies. Das war sicherlich auch dem großen Finale zu verdanken, bei dem die Darsteller das Discofeeling der späten 70er Jahre noch einmal glamourös zu „Disco Inferno The Tramps“ in das Gloria-Theater brachten.