Die Nachricht, dass im Landkreis Waldshut jährlich rund 43 Millionen Euro an Glücksspielautomaten verspielt werden, hat mich schon etwas erschüttert. 43 Millionen, das bedeutet dass bei rund 168.000 Einwohnern: Statistisch hat jeder Kreisbewohner 256 Euro am Automaten verzockt. Dabei ist jedem klar, dass nur zwei von drei gewinnen können. Erstens die Betreiber der Spielhöllen, die bekanntlich nicht zu den ärmsten gehören; zweitens die Gemeinden durch die eingehende Vergnügungssteuer. Der Dritte im Bunde, der Spieler kann durchaus mal alles verzocken. Vermögen, Job, Familie.

Glücksspiel ist eine Sucht. Eine Sucht ist nichts Gutes, da frage man mal die Suchtberater der Caritas oder der Sozialbehörden. Allein in Säckingen gingen letztes Jahr 678.000 Euro an Vergnügungssteuer ein, was wiederum bedeutet dass in Säckinger Spielhallen rund 4,5 Millionen Euro verzockt wurden. Für mich sind das unfassbare Zahlen. Wer nun denkt, dass die verantwortlichen Gemeinden diese Glücksspielhöllen wohl auch deshalb dulden, weil das ordentlich Steuergelder in die Kassen schwemmt und man darin eine Doppelmoral sehen könnte, liegt da natürlich vollkommen daneben. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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