Bad Säckingen (jel) Einen sicheren Weg für alle – das fordern der Behindertenbeirat und das Demografiestrategische Forum (DSF). Im Rahmen der Aktion "Barrierefrei" versammelten sich vergangenen Samstagnachmittag rund 30 Teilnehmer, um gemeinsam Stellen zu markieren, die nicht barrierefrei für Mitbürger mit Behinderungen sind. Neben negativen Aspekten, hoben die Beteiligten auch Positivbeispiele hervor.

"Wir haben in der Stadt Punkte, die Barrieren darstellen", erklärte Hartmut Fricke, Vorsitzender des Demografiestrategischen Forums. Laut Fricke wolle man mit der Aktion auf kreative Weise darauf aufmerksam machen, dass viele Standorte der Innenstadt nicht behindertengerecht seien. Nicht nur Betroffene unterstützen die Aktion, auch Vertreter der Politik, wie Bürgermeister Alexander Guhl, die Stadträte Hidir Gürakar, Angelo da Rosa und Kathrin Schwarz nahmen an der Aktion teil.

"Barrierefreiheit – Fehlanzeige" hieß es am Bahnhof. Mit Sprühkreide markierten die Teilnehmer Haltestellen, die hohe Bordsteinkanten aufweisen. Gerade Rollstuhlfahrer können ohne Hilfe die Bordsteinkanten nicht bewältigen. Laut Hartmut Fricke könnten hier Bordsteinabsenkungen sowie der vermehrte Einsatz von Niederflurbussen für Barrierefreiheit sorgen. Auch das Nutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln sei laut Morena Eckert vom Behindertenbeirat sowie Jessica Scherer nicht immer einfach. Die beiden Rollstuhlfahrerinnen geben an, dass Zugfahrten aufgrund der Einstiegshilfe angemeldet werden müssen. Bürgermeister Alexander Guhl kritisierte ebenfalls die digitalen Verkaufsautomaten, die nicht jeder bedienen könne.

Auch die Ampelkreuzung in der Schulhausstraße/Gießenstraße erhielt Markierungen wie "Augen zu und durch? Oder doch lieber einen sicheren Weg für alle?" und "Wie komme ich hier weiter?". Sehbehinderte haben durch die geräuschlosen Ampeln nicht die Möglichkeit, die Straße alleine zu passieren. Bürgerin Waldtraut Häfner bemängelt außerdem die Position der Ampeln. Diese seien weit weg von der eigentlichen Überquerung platziert. Auch der Schlosspark, die Hebelstraße sowie die Schützenstraße wiesen erhebliche Einschränkungen auf.

Positive Resonanz erhielten die Behindertentoilette am Bahnhof sowie die Rampe am Schloss Schönau. "Besonders die Rampe am Schloss Schönau ist ein schönes Beispiel für Barrierefreiheit", betonte Hartmut Fricke. Andrea Richter vom Behindertenbeirat und Hartmut Fricke zogen ein positives Resümee. Auch Bürgermeister Alexander Guhl freute sich über die rege Beteiligung der Bevölkerung.