Die Baugenossenschaft Familienheim Bad Säckingen hat in ihrer Mitgliederversammlung am Donnerstag eine positive Bilanz gezogen: Sie erwirtschaftete 2017 einen Jahresüberschuss von 1,123 Millionen Euro. Die Beliebtheit bei den Gesellschaftern zeigt sich darin, dass etwa 450 Personen auf der Warteliste für eine Wohnung stehen.

Zahlreiche Mitglieder waren in die Mensa des Scheffelgymnasiums gekommen.
Zahlreiche Mitglieder waren in die Mensa des Scheffelgymnasiums gekommen. | Bild: Michael Gottstein

80 Mieterwechsel pro Jahr

Angesichts von etwa 80 Mieterwechseln pro Jahr sei eine mehrjährige Wartezeit möglich, erklärte der geschäftsführende Vorstand Fridolin Singler, allerdings hänge dies sehr vom Einzelfall und dem konkreten Wohnungswunsch ab. Interessenten werden gebeten, sich über die Internetseite (familienheim-bad-saeckingen.de) online zu bewerben, allerdings ist auch eine "analoge" Bewerbung im Büro möglich.

Zwar gibt es in der Stadt keinen offiziellen Mietspiegel, aber eine Erhebung der Süddeutsche Wohnen Gruppe (Südewo) errechnete eine Durchschnittsmiete von 8,80 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2017 (im Jahr zuvor 7,80 Euro), die deutlich höher liegt als die Quadratmeterkaltmiete von 5,47 Euro, welche die Genossenschaft verlangt.

Angesichts der Schwierigkeiten, bezahlbaren Wohnraum zu finden, sei die Familienheim ein Garant für soziale Stabilität, lobte Bürgermeister Alexander Guhl und fügte hinzu: "Die Stadt ist stolz darauf, was Sie und Ihre Mitarbeiter leisten."

Guter Jahresabschluss

Der Jahresabschluss von 1,123 Millionen Euro lag zwar unter dem Rekordergebnis des Jahres 2016 von 1,227 Millionen Euro, war aber der zweitbeste während der vergangenen fünf Jahre. Als Ursachen für den Erfolg nannte Singler die nachhaltigen Mieteinnahmen und die regelmäßigen Mietanpassungen alle fünf bis sechs Jahre. Außerdem gebe es keine strukturellen Leerstände. Der Überschuss wird zur Sanierung und Instandhaltung sowie für den Neubau von Mietwohnungen verwendet.

Der Bilanzgewinn betrug 123 000 Euro, davon werden knapp 80 000 Euro als Dividende ausgeschüttet, was einer Rendite von vier Prozent auf die Geschäftsanteile der Mitglieder entspricht. Der Rest wird der freien Rücklage zugeführt.

Die regulären Instandhaltungsaufwendungen für den gesamten Wohnungsbestand im Jahre 2017 beliefen sich auf 770 000 Euro.

In diesem Jahr investiert die Genossenschaft etwas mehr als zwei Millionen Euro, vor allem für die laufende Instandhaltung (800 000 Euro), für die Dachsanierung des Hauses an der Kolpingstraße (400 000), für die Fassadensanierungen an der Basler- und Dürerstraße (170 000) sowie für diverse Strangsanierungen.

Das Wohnhaus der Familienheim an der Kolpingstraße 2 bis 6.
Das Wohnhaus der Familienheim an der Kolpingstraße 2 bis 6. | Bild: Fridolin Singler
Das sanierte Haus der Familienheim an der Dürerstraße 2 bis 4.
Das sanierte Haus der Familienheim an der Dürerstraße 2 bis 4. | Bild: Fridolin Singler

Neues Bauprojekt Aufeld

Seit Oktober im Bau befindet sich das Projekt Aufeld, wo 23 Wohnungen und zwei gewerbliche Einheiten entstehen. Die Baukosten betragen 8,5 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für 2020 anvisiert.

Bei der Mitgliederversammlung wurden die Aufsichtsratsmitglieder Maritta Vögtle und Michael Schiel jeweils einstimmig wiedergewählt.