Fragen, die man sich in jungen Jahren noch nicht stellt: Kann ich auch im Alter noch in meinem Haus weiterleben? Sind die Räume der Wohnung barrierefrei und rollstuhlgerecht? Themen, denen man sich zu Zeiten des demografischen Wandels immer stärker zuwenden muss. Gerade wenn der Neubau eines Hauses oder ein Umbau in Planung ist. Das Demografie-Strategische Forum (DSF) hat sich bereits kurz nach seiner Gründung Gedanken darüber gemacht. Und jetzt, nach einem Jahr Arbeit, haben sie eine Broschüre herausgebracht, die sowohl privaten Bauherren, aber auch Architekten oder Baurechtsämtern und Baugenossenschaften als Informationsgrundlage dienen, aber auch an deren Kunden weitergereicht werden soll.

Die Broschüre informiert, welche Möglichkeiten es gibt, Wohnungen und Häuser barrierefrei oder rollstuhlgerecht zu bauen oder umzubauen. Aber auch über Finanzierungsmöglichkeiten erfährt man einiges in der Broschüre, die das Demografie-Strategische Form kostenlos zur Verfügung stellt. „Sanitäre Anlagen zum Beispiel sind oftmals viel zu eng konzipiert und oftmals der Grund für schwere Stürze“, erklärt Hartmut Fricke, Vorsitzender der DSF. Immerhin drei Viertel aller Seniorenhaushalte haben Stufen und Schwellen beim Zugang und zwei Drittel keinen schwellenfreien Zugang zur Terrasse oder auf den Balkon. Aber nur 15 Prozent aller Seniorenhaushalte haben bodengleiche Duschen. „Um normales und selbstständiges Wohnen in der vertrauten und gewohnten Umgebung zu unterstützen, ist es notwendig, Gefährdungspotenziale abzubauen“, erklärt Fricke weiter.

Durch die spezifischen Bedingungen der Wohnbebauung in der Kernstadt von Bad Säckingen wird die Barrierefreiheit vor allem älterer Menschen und Menschen mit Behinderung massiv eingeschränkt. „Daraus erwächst sich ein Gefährdungspotenzial, das noch größer sein dürfte, als vom Kuratorium Deutsche Altershilfe für das Bundesgebiet ermittelt wurde“, befürchtet der Vorsitzende. Siegfried Tröndle, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Wohnen“ des Vereins, beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit 30 Jahren mit der Demografie. „30 Prozent der Altenheimbewohner müssten gar nicht in ein Heim, wenn zu Hause die Gegebenheiten sicherer wären“, erklärt Tröndle. Denn in einem Mehrfamilienhaus ohne Aufzug zum Beispiel können viele ältere Menschen ihre Wohnung nicht mehr verlassen und vereinsamen. Die Broschüre zum barrierefreien Bauen oder Umbauen ist kostenlos beim DSF erhältlich oder kann über die Homepage des Vereins unter www.dsf-bs.info heruntergeladen werden.