Die Stadt Bad Säckingen will jetzt Pflöcke einschlagen: Über die Schmuddelecke Bahnhofsareal wird seit Jahren diskutiert. Die meisten Bad Säckinger halten es – freundlich gesagt – für stark verbesserungswürdig. Jetzt geht die Stadt das Thema an, 2020 soll es losgehen. Doch bis dahin ist noch jede Menge Vorarbeit nötig. Der gesamte Bereich wird im Zuge einer Generalsanierung ein neues Gesicht bekommen, sagt Peter Weiß, Leiter der städtischen Bauverwaltung und Chef des Baurechtsamtes. Er und die neue Stadtbaumeister Margit Ulrich leiten das Sanierungsprojekt. Es hat auch schon ein ungefähres Preisschild: Die Maßnahmen im gesamten Projektgebiet rund um den Bahnhof werden sich wohl im unteren zweistelligen Millionenbereich bewegen. Das Land stellt eine 60-prozentige Förderung in Aussicht. Es können neben der Stadt auch Privatpersonen an dem Programm teilnehmen. Bei der Bürgerversammlung am kommenden Mittwoch, 24. Oktober, wird die Stadtsanierung rund um den Bahnhof das Hauptthema sein. Die Stadtverwaltung geht von einem großen Interesse an dem Thema aus.

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Bahnhofsareal erhält neues Gesicht

Weiß und Ulrich stellten das Projekt gestern gemeinsam mit Elisabeth Vogt und Christian Heinemann von der städtischen Wirtschaftsförderung sowie Frank Leichsenring vom Lörracher Beratungsbüro „Komm…zept“ vor. Peter Weiß sieht große Auswirkungen durch diese städtebauliche Erneuerung: "Wenn alles klappt wie geplant, dann wird Bad Säckingen in zehn Jahren ein neues Erscheinungsbild haben.“ Kern des Sanierungsprogrammes wird freilich das Bahnhofsareal zwischen Marienhaus, evangelischer Kirche und nach Norden bis zur Güterstraße.

Was ist geplant?

Dabei geht es nicht nur um die Verbesserung der Optik, sondern auch der Infrastruktur rund um den Bahnhof. Weiß und Ulrich sprachen hier vor allem die Verlegung des Busbahnhofes auf die Nordseite der Gleise an. In diesem Zusammenhang werde es natürlich um die Frage der Nutzung der freigewordenen Flächen gehen. Auch über eine bessere Anbindung des Gebietes an die Fußgängerzone wird man sprechen. Weiß erwähnte außerdem das NKD-Gebäude und auch das Marienhaus, bei dem sich möglicherweise neue Chancen ergeben könnten.

Paradebeispiel für Stadtentwicklung: Hier – beim Bahnhof um die Ecke – hat sich schon viel getan. Das unansehnliche Gebäude an der Ecke Bergseestraße/Waldshuter Straße, das früher ein Matratzenlage beherbergte und dann lange leerstand, ist dem schmucken Ärztehaus gewichen. Durch die Erweiterung der Beck-Arkaden sind die alten Gebäude entlang der Bergseestraße weggefallen. Alles in allem städtebaulich ein großer Fortschritt. Gegenüber Beck und Ärztehaus liegt an der Waldshuter Straße noch das alte Marienhaus. Auch hier wird es möglicherweise im Zug des Gesundheitscampus Chancen für Änderungen geben. Luftbild: Erich Meyer
Paradebeispiel für Stadtentwicklung: Hier – beim Bahnhof um die Ecke – hat sich schon viel getan. Das unansehnliche Gebäude an der Ecke Bergseestraße/Waldshuter Straße, das früher ein Matratzenlage beherbergte und dann lange leerstand, ist dem schmucken Ärztehaus gewichen. Durch die Erweiterung der Beck-Arkaden sind die alten Gebäude entlang der Bergseestraße weggefallen. Alles in allem städtebaulich ein großer Fortschritt. Gegenüber Beck und Ärztehaus liegt an der Waldshuter Straße noch das alte Marienhaus. Auch hier wird es möglicherweise im Zug des Gesundheitscampus Chancen für Änderungen geben. Luftbild: Erich Meyer | Bild: unbekannt

Land fördert mit 60 Prozent

Zunächst sind folgende Schritte geplant. Das Regierungspräsidium Freiburg, für die Förderanträge zuständig, hat die Stadt ermutigt, in das Sanierungsprogramm einzusteigen, freut sich Weiß. Vor dem Förderantrag müsse die Stadt jedoch ein städtebauliches Entwicklungskonzept erarbeiten, so die Bedingung der Freiburger Behörde. Dafür hat der Gemeinderat grünes Licht gegeben und 70.000 Euro bereitgestellt. Das Konzept wir vom Beratungsbüro „Komm…zept“ und der baden-württembergische Kommunalentwicklung GmbH in verschiedenen Schritten in den kommenden zwölf Monaten erarbeitet. Wichtiger Bestandteil, den der Gesetzgeber für solche Studien fordert, ist die Bürgerbeteiligung. Dazu wird es mehrere Veranstaltungen geben. Leichsenring verspricht die Ergebnisse des Konzepts für November 2019. „Dann können wir die Aufnahme in das Sanierungsprogramm beantragen“, so Peter Weiß, Start könnte dann 2020 sein.

Auf die "Schönheit" des Bahnhofes und der Bahnsteige selber hat die Stadt Bad Säckingen allerdings keinerlei Einfluss. Hier Änderungen oder Verbesserungen herbeizuführen sei allein Sache der Bahn, heißt es bei der Stadt. Und die DB sei bei dem Thema nicht sehr gesprächsbereit, heißt es.
Auf die "Schönheit" des Bahnhofes und der Bahnsteige selber hat die Stadt Bad Säckingen allerdings keinerlei Einfluss. Hier Änderungen oder Verbesserungen herbeizuführen sei allein Sache der Bahn, heißt es bei der Stadt. Und die DB sei bei dem Thema nicht sehr gesprächsbereit, heißt es. | Bild: unbekannt

Programm läuft bis zu zehn Jahren

Das Regierungspräsidium hat der Stadt jedenfalls klare Signale gegeben, ist sich Weiß sicher. „Also sind wir optimistisch, dass wir in das Förderprogramm hineinkommen.“ Es wird voraussichtlich einen Sanierungsumfang von über zehn Millionen haben, schätzen Ulrich, Weiß und Leichsenring. Der Zeitrahmen des Projektes mit seinen zahlreichen Einzelmaßnahmen werde sich im Rahmen zwischen acht bis zehn Jahren bewegen, schätzt die neue Stadtbaumeisterin. Das Land gebe da ein zeitliches Korsett vor und überprüfe jährlich auch den Fortschritt der Arbeiten.

Margit Ulrich machte darauf aufmerksam, dass in der Bürgerversammlung am Mittwoch auch das energetische Altstadtkonzept Thema sein werde. Es geht dabei um die Verbesserung der Energiebilanz der Immobilien in der Altstadt. Bereits Ende des Jahres soll klar sein, was umgesetzt wird, sagte Ulrich.