Bad Säckingen wächst stetig. Das ist an sich eine gute Nachricht. Sie zieht aber gleichzeitig Konsequenzen nach sich, die neue Investitionen nötig machen. Ganz konkret: Dringend benötigt werden weitere Kindergartenplätze. Die Stadt hat derzeit über 600 Kindergartenplätze. Doch bereits jetzt ist abzusehen, dass dies im kommenden Kindergartenjahr ab September nicht reichen wird. Die Stadt sucht deshalb nach flexiblen Erweiterungsmöglichkeiten. Denn auf die Schnelle ist kein neuer Kindergarten gebaut. Die Möglichkeiten der Stadt sind also begrenzt und laufen wahrscheinlich auf eine Modularbauweise – also Containerlösung – hinaus. Als favorisierten Standort sieht Bürgermeister Alexander Guhl dabei das Gelände beim künftigen Gesundheitscampus.

  • Der Bedarf: Claudia Götz, Leiterin des städtischen Referats Kindergarten, hatte bereits unlängst in den Haushaltsberatungen deutlich gemacht, dass die Stadt ab Herbst zwei neue Kindergartengruppen benötigen werde – das sind zwischen 40 und 50 Plätzen. Der Gemeinderat hat für eine schnelle Lösung eine Million Euro bereitgestellt und in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2022 den Bau eines weiteren Kindergartens für 3,3 Millionen Euro ins Auge gefasst. Doch im Moment drängt eine schnelle Lösung. Denn es gibt deutlich mehr Anmeldungen als freie Plätze – „und es werden eher noch mehr“, sagt Claudia Götz. Sie muss im Rathaus ein sehr volatiles Geschäft handhaben. Es kommt zu häufigen An- und auch wieder Abmeldungen. Die Zahlen für ein neues Kindergartenjahr ändern sich fast täglich, sagt sie. Aber aus jahrelanger Erfahrung weiß sie, wie sie die Tendenz erkennen kann. Und die geht klar nach oben. Die Stadt benötige auf jeden Fall zwei zusätzliche Gruppen: eine für Kinder unter drei Jahre (U3) und eine Gruppe für Kinder über drei Jahre (Ü3).
  • Erweiterungen scheiden aus: Eine von der Stadt angedachte Erweiterungslösung bei der Einrichtung Treffpunkt Kinder im Schöpfebachtal hat sich als nicht machbar erwiesen. Bei der Hauptversammlung des Vereins hatte Vorsitzende Franziska Häcker kürzlich gesagt, es mangle an Platz für eine Erweiterungen, die Einrichtung sei sowohl räumlich als organisatorisch an den Grenzen angelangt. Laut Bürgermeister Guhl gilt zudem als sicher, dass der Kindergarten Rheinau nicht erweiterbar ist. Der Betreiber AWO habe bereits abgewunken. Ein dann sechsgruppiger Kindergarten wäre zu groß.
  • Standort Gesundheitscampus: Der favorisierten Standort für einen Modularbau wäre aus Sicht von Bürgermeister Guhl das Gelände beim ehemaligen Spital, also dort, wo der Campus entstehen soll. Dort sei einerseits Platz, zum anderen sieht Guhl Synergien zum Campus. Übrigens: Beim Thema Campus steht demnächst der nächste Schritt an. Der Gemeinderat hat das Thema in der Sitzung am 16. April auf der Tagesordnung. Dort geht es um die Vergabe von Ingenieursleistungen: Es sollen die Kosten für eine Sanierung des Spitalgebäudes ermittelt werden und zum Vergleich die Kosten für einen Neubau in Modularbauweise. Aber zurück zum Kindergarten: Die neue zweigruppige Einrichtung wäre organisatorisch unabhängig vom medizinischen Teil des Campus zu sehen. Denn Kindergartenwesen ist eine städtische Angelegenheit. Der Betreiber stehe noch nicht fest, sagte Guhl. Er habe zwar auch bei der AWO vorgefühlt, es sei aber noch nichts in trockenen Tüchern. Natürlich müsse auch der Landkreis einer solchen Einrichtung zustimmen, denn das Grundstück gehöre schließlich dem Kreis, so Guhl. Aber da sei er durchaus zuversichtlich. Falls der Campus in seiner geplanten Form entstehe, ist das Gelände aus Guhl Sicht auch der geeignete Ort für einen Kindergartenneubau.
  • Umwandlung Plätze: Änderung stehen auch dem Vincentiuskindergarten in der Schillerstraße ins Haus. Hier werden, weil ebenfalls erhöhter Bedarf besteht, zehn VÖ-Plätze (also mit verlängerter Öffnungszeit) in zehn Ganztagsbetreuungsplätze umgewandelt. Dazu müsse aber auch die Infrastruktur entsprechend umgebaut werden, sagte Claudia Götz.

Die Kindergärten

Bad Säckingen verfügt aktuell über 523 Betreuungsplätze für Kinder über drei Jahre und 83 für Kinder unter drei Jahre. Sie befinden sich in zehn Kindergärten mit unterschiedlicher Trägerschaft: Kindergarten Hildastraße, Schulkindergarten Heinrich Zeller, St. Elisabeth-Kindergarten, St. Gallus-Kindergarten, St. Marien-Kindergarten Wallbach, St. Martin-Kindergarten (Obersäckingen, Harpolingen, Rippolingen), St. Vincentius Kindergarten, Treffpunkt Kinder, Waldkindergarten pro juve, AWO-Kinderhaus Rhein-Au.