Bad Säckingen – Die Bad Säckinger Käranlage wird seit September 2015 auf Vordermann gebracht. Vom Fortschritt der Arbeiten am neuen Regen-Überlaufbecken, technischen Neuerungen und den Sanierungsmaßnahmen an den bestehenden Becken machte sich am Mittwochabend der Technische Ausschuss ein Bild. Die Gesamtkosten für das Regenüberlaufbecken belaufen sich aktuell auf rund 3,74 Millionen Euro. Das sind 740 000 Euro mehr als im Jahr 2013 vor der detaillierten Planung geschätzt wurde.

Günstiger werden hingegen die Arbeiten für die Erhöhung des Mischwasserzuflusses. Angesetzt im Haushalt waren hierfür 1,7 Millionen Euro. Jetzt kommt man mit 1,5 Millionen Euro aus, wie Kläranlagen-Chef Bernd Frenzel erläuterte. Die Sanierung der Nachklärbecken wird ebenfalls billiger als bislang gedacht. Die Kosten hier reduzieren sich von 520 000 Euro auf 380 000 Euro. Bei diesen beiden Positionen werden also 340 000 Euro eingespart. Außerdem sind diese Kosten voll umlagefähig. Das heißt, der Schweizer Abwasserverband Stein, Münchwilen, Eiken und Sisseln beteiligt sich mit 45 Prozent. Die Kosten für das Regenüberlaufbecken schlagen dagegen allein im Haushalt des städtischen Eigenbetriebs zu Buche, weil ausschließlich das Regenwasser von Bad Säckinger Gemarkung gesammelt wird.

Zur Kostensteigerung beigetragen haben vor allem Roh-, Kanal- und Tiefbauarbeiten. Die Mehrkosten belaufen sich auf etwa 540 000 Euro. Probleme machten auch die Bodenbeschaffenheit und der Ärger mit dem Katzenhaus. Für Mehrkosten (rund 80 000 Euro) sorgen weiter unter anderem Abdeckungen für technische Anlagen, die auch mit Rücksicht auf die Anwohner angebracht werden sollen. Mit diesen arbeite man im Übrigen gerade während der Bauphase gut zusammen, sagte Frenzel: „Wir können froh sein, dass wir solche Anwohner haben.“

Christoph Diemer vom Ingenieurbüro Ganz und Rutner wies ausdrücklich nochmals darauf hin, dass es sich bei den ursprünglich für das Becken angesetzten drei Millionen Euro um eine reine Schätzung vor der konkreten Planung gehandelt habe. Für den Laien sei es wohl verwunderlich, wo soviel Geld in einer Kläranlage verbaut würde, sagte Bürgermeister Alexander Guhl. Aber: „Wenn etwas nicht funktioniert, dann merken es alle.“ Alle Maßnahmen zusammen sollen die Kläranlage auf die Höhe der Zeit bringen. So wird etwa die Reinigungsleistung verbessert und zunehmenden Starkregenereignissen Rechnung getragen.

Bislang konnte das System nur knapp 2500 Kubikmeter Regen aus den städtischen Kanälen aufnehmen. Dazu zählen das Becken im Ballyweg, eines in Wallbach und zwei auf der Kläranlage. Das neue Regenüberlaufbecken fasst nochmals 2000 Kubikmeter. Vorhandene Becken und technische Einrichtungen waren marode. Die geplanten Investitionen sind auch für die Verlängerung der wasserrechtlichen Genehmigung erforderlich. Diese lief im vergangenen Jahr aus und soll wieder bis 2018 verlängert werden.

Die Kläranlage

In der Bad Säckinger Kläranlage werden jährlich etwa 3,6 Millionen Kubikmeter Abwasser behandelt. 1,4 Millionen Kubikmeter kommen aus den Gemeinden Stein, Sisseln, Eiken und Münchwilen. Das Einzugsgebiet beträgt etwa 20 Quadratkilometer. Das Kanalnetz hat eine Länge von rund 100 Kilometern. Leiter der Kläranlage ist Bernd Frenzel. Das neue Regenüberlaufbecken soll bis Oktober fertig sein.