Bad Säckingen Bad Säckingen demonstriert für sein Krankenhaus

Über 500 Bürgerinnen und Bürger kommen am Samstag zur Demonstration des Fördervereins Pro Spital.

"Lassen Sie nicht locker. Wer sich wehrt, wird Erfolg haben, wer sich nicht wehrt hat schon jetzt verloren!" Mit diesen Worten ermunterte Lothar Schuchmann, Arzt aus Freiburg, die über 500 Bürgerinnen und Bürger, die am Samstagvormittag auf den Rudolf-Eberle-Platz gekommen waren, um gemeinsam mit den Mitgliedern des Fördervereins Pro Spital Bad Säckingen für den Erhalt des Spital Bad Säckingen zu demonstrieren.

Mit großen Plakaten demonstrierten über 500 Bürger auf dem Rudolf-Eberle-Platz für den Erhalt des Spitals Bad Säckingen.
Mit großen Plakaten demonstrierten über 500 Bürger auf dem Rudolf-Eberle-Platz für den Erhalt des Spitals Bad Säckingen.

Sie waren, nachdem sie sich auf dem Festplatz gesammelt hatten, mit Transparenten, die zum Beispiel die Aufschrift trugen, "Stoppt die Zerstörer unseres Spitals" durch die Bad Säckinger Innenstadt gezogen, um den Redebeiträgen zuzuhören: Es sprachen Beatrix Köster, die grüne Kreisfraktionschefin Ruth Cremer-Ricken, der Freiburg Arzt und Bundestagskandidaten der Linken Lothar Schuchmann, Freie-Wähler-Stadtrat Fred Thelen, Jürgen Stadler, ehemaliger Chefarzt am Spital Bad Säckingen, Alexander Hamperl, früherer Chefarzt der Anästhesie am Spital Bad Säckingen. Die Redner appellierten, das Krankenhaus in Bad Säckingen in der ursprünglich konzipierten Form wieder herzustellen.

In der Demo tauchte auch ein Plakat auf mit der Aufschrift: "No, no, no, zu Albers, Jeitner, Kistler und Co. Ein Strick für diese falsche Politik." Der Förderverein Pro Spital, wie auch die Bürgerinitiative distanzierten sich davon. Pro-Spital-Sprecher Wolfgang Köster sagte, solche Äußerungen schadeten der Sache. Der Förderverein kämpfe für das Spital mit Sachargumenten und nicht mit solchen Äußerungen. Das Plakat stamme nicht aus den Reihen des Fördervereins, so Köster. Er bat jedoch um Verständnis bei der Vielzahl an Teilnehmern nicht jedes Plakat kontrollieren zu können. Auch Bürgermeister Guhl nahm Stellung und nannte das Plakat "eine dumme Akrion". So etwas sei für die Sache kontraproduktiv. "Persönliche Angriffe bringen uns nicht weiter", so Guhl.

Wie Beatrix Köster vom Förderverein Pro Spital Bad Säckingen erklärte, fing die Misere mit dem Versprechen durch Waldshut im Jahre 2011 an, ein Krankenhaus mit zwei Standorten zu bilden, in denen alle Fachabteilungen erhalten bleiben. Man wolle auf Augenhöhe zusammen arbeiten, habe es damals geheißen. Statt sich an dieses Versprechen zu halten, sei 2013 im Bad Säckinger Spital die Geburtshilfe, danach die Fachabteilungen Augen und HNO ausgelagert und letzten Herbst die OP-Säle geschlossen worden. Um aus dieser Misere herauszukommen, plädiert der Förderverein für ein Bürgerspital, wie es im brandenburgischen Spremberg seit 20 Jahren funktioniert.

Beatrix Köster vom Förderverein Pro Spital Bad Säckingen eröffnete am Samstag die Reden zum Erhalt des Spitals auf dem Rudolf-Eberle-Platz.
Beatrix Köster vom Förderverein Pro Spital Bad Säckingen eröffnete am Samstag die Reden zum Erhalt des Spitals auf dem Rudolf-Eberle-Platz.

Ruth Cremer-Ricken (Grüne) wies darauf hin, dass durch das Schließen der OP-Säle das Spital Bad Säckingen auch wirtschaftliche Verluste erleide. Sie bezweifelt, dass die Notfälle in den Nachbarkliniken von Lörrach, Basel und Freiburg durch die Schließung der OP-Säle in Bad Säckingen nicht zugenommen hätten, wie es von Waldshut behauptet wird. Nur die Kliniken selbst könnten dafür genaue Zahlen aufgrund ihrer Statistiken, woher die Patienten stammen, liefern.

Ruth Cremer-Ricken (Grüne) setzte sich bei der Demonstration, die am Samstag auf dem Rudolf-Eberle-Platz stattfand, für den Erhalt des Spitals Bad Säckingen ein.
Ruth Cremer-Ricken (Grüne) setzte sich bei der Demonstration, die am Samstag auf dem Rudolf-Eberle-Platz stattfand, für den Erhalt des Spitals Bad Säckingen ein.

Alexander Hamperl war am Samstag zwar verhindert, hatte aber eine Rede vorbereitet, die Wolfgang Köster vom Förderverein vorlas. Hamperl führt die mehr als 50 Prozent der Kliniken, die defizitär wirtschaften, auf die Einführung der Fallpauschalen durch die Bundespolitik zurück. "Patienten sind keine Ware, die man der Marktwirtschaft unterziehen kann", erklärte er.

Patienten sind keine Ware, die man der Marktwirtschaft unterziehen kann, erklärte Wolfgang Köster im Namen von Anästhesist Alexander Hamperl auf der Demonstration, die am Samstag auf dem Rudolf-Eberle-Platz stattfand.
Patienten sind keine Ware, die man der Marktwirtschaft unterziehen kann, erklärte Wolfgang Köster im Namen von Anästhesist Alexander Hamperl auf der Demonstration, die am Samstag auf dem Rudolf-Eberle-Platz stattfand.

Jürgen Stadler, dessen Bericht ebenfalls wegen Abwesenheit Beatrix Köster vortrug, beklagte, dass gut funktionierende Strukturen in Bad Säckingen zerschlagen wurden und durch die Reduzierung der Bettenzahl in Bad Säckingen die Erreichbarkeit in 30 Minuten nicht mehr gewährleistet sei. Um auf diesen Missstand hinzuweisen, habe man sich mit einer Petition an den Petitionsausschuss des Landtages gewandt.

Stadtrat Fred Thelen, war von der langen Schlange der Demonstranten beeindruckt und dankte den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Engagement. Er wusste nicht, dass OP-Instrumente, die man von Bad Säckingen nach Waldshut gebracht hat, einem Verfalldatum unterworfen sind. Er richtete seinen Dank auch an die verbliebenen Ärzte und Krankenschwestern, die in Bad Säckingen am Anschlag arbeiten.

Ich wusste nicht, dass OP-Instrumente, die man von Bad Säckingen nach Waldshut gebracht hat, einem Verfalldatum unterworfen sind, erklärte Stadtrat Fred Thelen (Fw) bei der Demonstration, die am Samstag auf dem Rudolf-Eberle-Platz stattfand.
Ich wusste nicht, dass OP-Instrumente, die man von Bad Säckingen nach Waldshut gebracht hat, einem Verfalldatum unterworfen sind, erklärte Stadtrat Fred Thelen (Fw) bei der Demonstration, die am Samstag auf dem Rudolf-Eberle-Platz stattfand.

Lothar Schuchmann plädierte dafür, das Bad Säckinger Spital so wieder herzustellen, wie es seinerzeit vom CDU-Wirtschaftsminister Rudolf Eberle zur Erhaltung der Daseinsfürsorge konzipiert wurde. "Man muss das Wohl der jetzigen Patienten im Blick haben, nicht nur das der Patienten in 20 Jahren, wenn das geplante Zentralkrankenhaus gebaut wird", erklärte Schuchmann.

Lothar Schuchmann Chirurg aus Freiburg erklärte auf der Demonstration, die am Samstag auf dem Rudolf-Eberle-Platz stattfand: Man muss das Wohl der jetzigen Patienten im Blick haben, nicht nur das der Patienten in 20 Jahren, wenn das geplante Zentralkrankenhaus gebaut wird!
Lothar Schuchmann Chirurg aus Freiburg erklärte auf der Demonstration, die am Samstag auf dem Rudolf-Eberle-Platz stattfand: Man muss das Wohl der jetzigen Patienten im Blick haben, nicht nur das der Patienten in 20 Jahren, wenn das geplante Zentralkrankenhaus gebaut wird!

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