Bad Säckingen Bad Säckingen: Festspielgemeinde mit erfolgreicher Premiere

Neues Stück bietet Überraschungen bis zuletzt. Ein Spiel um Betrüger und Bürokraten

Es ist schon die Erfahrung, die uns lehrt: Nichts ist wie es scheint – genauso war es auch auf der Bühne der Festspielgemeinde Bad Säckingen am Freitag bei der Premiere des neuen Stückes „Und ewig rauschen die Gelder". Überraschung bis zuletzt: Selbst der Schluss des Stückes zeigt eine unerwartete Wendung. Aber von vorne: Am Freitag feierte die Festspielgemeinde Premiere, und Regisseurin Renate Kraus hatte mit der Auswahl des Stückes wieder ein gutes Händchen bewiesen. Am Ende der Vorstellung gab es fürs Ensemble nicht enden wollenden Applaus vom begeisterten Publikum. Kein Wunder: temporeich, turbulent und manchmal aberwitzig war die Verwechslungs- und Verwandlungskomödie, eine Farce des englischen Filmregisseurs und Schriftstellers Michael Cooney (im Original Cash on Delivery). Sie sorgte für Dauerlacher beim Publikum, das sich bestens unterhalten fühlte. Passend zum Stück übrigens, versetzte Regisseurin Kraus mit ihrem Bühnenbild in Blümchentapete die Besucher optisch nach England.

Eric Swan (Detlef Bengs) hat vor zwei Jahren seinen Job bei den Stadtwerken verloren, dies seiner Frau Linda (Sandra Lutz) jedoch nie gestanden. So erfindet er diverse bedürftige Personen als Mitbewohner, kassiert in deren Namen alle Arten von Sozialhilfeleistungen. Doch dann wächst ihm das Ganze über den Kopf, er möchte die Sozialhilfeleistungen, die er sich unrechtmäßig angeeignet hatte und von denen seine Ehefrau nichts weiß, stoppen. Das ist leichter gesagt, als getan.

Als Eric die nicht existenten Personen nach und nach sterben lässt, fängt das Problem erst richtig an.Der Bürokratismus kommt ins Spiel, ruft das Sozialamt auf den Plan: Miss Jenkins taucht in Gestalt von Hilde Butz auf. Zu dumm, dass Eric nun einen Teil seiner Betrügereien Untermieter Norman Bassett (Gerald Hacker) gestehen muss, der nicht unbedingt ein heller Kopf ist. Ehe sich dieser versieht, ist er Teil des Lügengebildes. Eric und Norman verstricken sich immer mehr in dem Lügennetz. Auch Onkel George (Helmut Kaltenbach) ist beteiligt, als Pfleger im Krankenhaus besorgt er Formulare und Rezepte für Bruchbänder, Perücken und Co, die Eric einlöst. Onkel George verhökert die Ware auf dem Flohmarkt. Linda findet Teile der Ware, glaubt, dass Eric ein Transvestit sei, geht zur Paarberatung. Zur weiteren Verwirrung tragen eine übereifrige Sozialarbeiterin, eine kaltschnäuzige Bestatterin, die Leiterin der Sozialbehörde, Paarberater Dr. Chapmann und Normans Verlobte Brenda Dixon bei.

Herausragend das Spiel von Hilde Butz, Gerald Hacker und Detlef Bengs. Butz als altmodische Jungfer vom Amt, die dem Sherry mehr als zugetan ist und am Ende als gefallene Vogelscheuche auf der Bühne auftaucht. Detlef Bengs als Eric Swan, der das Sozialamt derart überzeugend betrügt, dass ihm am Ende ein Job als Inspektor angeboten wird. Und Gerald Hacker als Norman, dem sich der Strick aus Lügen immer enger um den Hals legt, sein Spiel lebt von seiner Mimik. Willi der taube Klavierstimmer, liest von den Lippen ab, Linda randaliert, wenn ihr Mond im Uranus steht, zerreißt Teppiche, isst Tapete. Den Zuschauern bleibt kaum Zeit nachzudenken und Luft zu holen bei dem rasanten Spiel voller Überraschungen, Situationskomik und schlagfertiger Wortspiele.

 


Akteure

Eric Swan (Detlef Bengs), Linda Swan (Sandra Lutz), Norman Bassett (Gerald Hacker), Miss Jenkins (Hilde Butz), Onkel George (Helmut Kaltenbach), Sally Chessington (Carla Langer), Dr. Chapmann (Evelyn Marten), Dr. Chapmann (Joshua Kramer), Miss Forbright (Janine Roth), Mistress Cowper (Brigitte Weissbrodt), Brenda Dixon (Johanna Weiß). Im Hintergrund: Heike Bengs (Sektbar Organisation), Günter Kraus (Technik), Monika Kruse (Souffleuse), Renate Kraus (Regie, Bühnenbild), Hermann Stöger (Bühnenbild), Ruth Nowack (Maske), Roberto Pugliatti (Fotos), Catalina Mayer (Plakat-Idee), Detlef Bengs (Programm, Internet), Freunde und Mitglieder (Vorverkauf, Abendkasse, Sektbar).

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