Bad Säckingen (ska) Mit 80 Ausstellern aus allen Berufsbranchen ist die 21.Ausgabe des Berufsinformationstages (BIT) am Samstag, 9. Februar, von 9.30 bis 13 Uhr, im Campus der Berufsbildenden Schulen an der Grenze seiner Kapazitäten. Doch der Andrang der Unternehmen ist groß. Denn inzwischen müssen auch Firmen, die bisher bei der Suche nach Auszubildenden, keine Probleme hatten, für sich werben. „Die Firmen merken, dass sie sich präsentieren müssen“, erklärt Erika Breiling, die Leiterin der Rudolf-Eberle-Schule.

Neben vielen Ausstellern, die seit Jahren dabei sind, wollen jetzt auch viele neue Firmen wie die Stadtverwaltung, die Stadtwerke Bad Säckingen, Schäuble-Energie, die Firma Höganäs oder Pro Optik mit dabei sein. „Selbstläufer gibt es quasi keine mehr“, so Breiling weiter. Denn es nicht jetzt nicht mehr die Handwerksbetriebe alleine, die Probleme haben, angehende Auszubildende für einen Beruf zu begeistern

Bereits von Beginn an waren die Berufsinformationstage der Rudolf-Eberle-Schule, der Gewerbeschule und der Hauswirtschaftlichen Schulen ein Renner. Konnten sich aber damals noch die Firmen die Auszubildenden aussuchen, hat sich diese Blatt inzwischen gewendet. „Für die künftigen Auszubildenden bieten sich aktuell so viele Möglichkeiten wie nie“, fasst es Raphael Schopp, der Leiter der Gewerbeschule zusammen. „Sie müssen einfach nur noch zugreifen“. Und dabei stellt sich die Frage, mit welchem Schulabschluss man welche Ausbildung beginnen kann, inzwischen fast nicht mehr“, wie es Carsten Schnell, Leiter der Hauswirtschaftlichen Schule betont.

Noch nie hatten die Schulabgänger die Möglichkeit, ihren Beruf nicht nach den Noten, sondern nach den Neigungen auszusuchen. „Sich auf seine Neigungen zu besinnen, ist die beste Möglichkeit, einen Abschluss zu bekommen“, so Breiling. Leider ist es aber auch so, dass viele Schulabgänger ihre Chancen gar nicht mehr wahrnehmen. Infoabende werden nur wenig oder gar nicht besucht oder Termine einfach nicht eingehalten. „Viele Schüler kommen oft auf den letzten Drücker“, bedauert es die Schulleiterin.

Gleichzeitig mit dem Berufsinformationstag, finden auch die Schulanmeldungen statt. „An diesem Tag sind alle Lehrkräfte vor Ort“, so Breiling. So bietet sich auch das für die Schulabgänger die Möglichkeit, sich voll umfänglich über jede mögliche Schulart zu informieren. Denn die Bildungsmöglichkeiten sind groß. Wie groß, zeigt sich auch in der Vielzahl der Unternehmen,Behörden und Einrichtungen, die sich am Veranstaltungstag präsentieren.

So sind unter anderem das Berufsförderungswerk der südbadischen Baugewerkschaft bei der Gewerbeschule oder der Hotel- und Gaststättenverband bei der Hauswirtschaftsschule vertreten. Viele Unternehmen bringen außerdem ihre aktuellen Azubis mit.

„Das bietet den Schulabgängern die Möglichkeit, sich auf Augenhöhe mit quasi Gleichaltrigen über den künftigen Beruf zu unterhalten“, so Breiling. In der Gewerbeschule werden alle Werkstätten geöffnet sein und es wird darin gearbeitet. In der Rudolf-Eberle-Schule präsentieren sich die Schülerfirmen und in der Hauswirtschaftlichen Schule ist die Küche in Betrieb. Diese Schüler übernehmen auch gleichzeitig die Verpflegung der Gäste. Aber auch in der Rudolf-Eberle-Schule und in der Gewerbeschule ist jeweils eine Cafeteria eingerichtet.

Parkmöglichkeiten gibt es bei Waldbad, beim Badmattenpark, beim Scheffel-Gymnasium oder in der Güterstraße. „Aber grundsätzlich sollten die Besucher besser die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen“, macht Raphael Schopp aufmerksam. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass die Bewohnerparkplätze rund um den Campus nicht belegt oder behindert werden.

 

Einblick in Ausbildungsberufe

Bad Säckingen (ska) Die ansässigen Unternehmen und Behörden sowie die Berufsbildenden Schulen profitieren gemeinsam von einem Berufsinformationstag. „Denn Auszubildende bedeuten die Standortsicherung für Schulen und Betriebe“, sagt Carsten Schnell. Denn: „In den kommenden fünf Jahren, sollen die Schülerzahlen wieder ansteigen“, weiß der Leiter der Hauswirtschaftlichen Schule. „Und so lange müssen wir quasi ‚überwintern’“.

Immerhin: Acht Schularten sind es momentan in der Gewerbeschule Bad Säckingen, aus denen die Schüler wählen können. Hinzu kommen jeweils sieben Schularten in der Rudolf-Eberle-Schule und an der Hauswirtschaftlichen Schule. Aktuell werden diese Schulen von rund 1600 Schülern besucht. „Da zeigt sich die Vielseitigkeit“, sind sich die Schullleiter der beruflichen Schulen Carsten Schnell von der Hauswirtschaftlichen
Schule, Raphael Schopp von der Gewerbeschule und Erika Breiling von der Rudolf-Eberle-Schule einig.

Immerhin die Hälfte der Abiturienten im Landkreis Waldshut machen ihren Abschluss in einer beruflichen Schule. „Darum ist es wichtig, dass wir immer alle Schularten belegen können“, sagt Breiling. Denn wird eine Schulart nicht belegt, fällt sie im zweiten Jahr weg. „Und das dann wiederzubeleben wird schwierig“, ergänzt Carsten Schnell. Der Berufsinformationstag ist der Markt für das, was die Hochrheinschiene an beruflichen Möglichkeiten hergibt. Auch aus der Schweiz sind Aussteller mit dabei.

So bekommen die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Eltern einen umfangreichen Einblick in das Spektrum der Ausbildungsberufe, aber auch der Weiterbildungsmöglichkeiten. Oft sogar mündet so ein Termin gleich in ein Bewerbungsgespräch und nicht selten kommt es vor, dass die Jugendlichen mit einem Praktikumsplatzin der Tasche vom Berufsinformationstag, nach Hause gehen. Ziel der hochkarätigen Veranstaltung in Bad Säckingen ist es, die Jugendlichen und deren Eltern ein wenig an die Hand zu nehmen, damit jeder seinen individuellen Weg ins Berufsleben findet.