Eine beliebte Touristenattraktion in Japan ist das große rote Tor des Itsukushima-Schreins auf der Insel Miyajima (Hiroshima). Bei Flut scheint es auf dem Wasser zu schweben. Natürlich darf eine der bekannten Sehenswürdigkeiten aus dem „Land der aufgehenden Sonne“ in einer Fotoausstellung über „Japans Meisterwerke der Holzarchitektur“ nicht fehlen. Dieses Monument, einer der japanischen Nationalschätze und UNESCO-Weltkulturerbe, befindet sich unter den 90 Fotografien von Fujitsuka Mitsumasa im Kulturhaus Villa Berberich.

Das berühmte, auffallend mit roter Mennigefarbe bemalte Tor, das im Meer zu versinken scheint, gab auch das Vorbild für den kleinen Nachbau im Teich des Parks der Villa Berberich, den der Bad Säckinger Schreiner Robin Heckmann, Mitglied im Freundeskreis Nagai-Bad Säckingen, als Zeichen der Verbundenheit mit der Partnerstadt als Dauerleihgabe herstellte.

Sehenswürdigkeit in japan: Das große rote Tor im Wasser vor einem Schrein auf der Insel Miyajima (Hiroshima).
Sehenswürdigkeit in japan: Das große rote Tor im Wasser vor einem Schrein auf der Insel Miyajima (Hiroshima). | Bild: Fujitsuka Mitsumasa

Die aus einem Bildbandprojekt über japanische Holzarchitektur entstandene Fotoausstellung, die vorher in Tokio, Berlin und Köln zu sehen war, dürfte Kenner und Liebhaber von Japans einzigartiger Baukultur, einer Holzbauweise in höchster Vollendung, begeistern. Bekanntlich gibt es in Japans die ältesten historischen Holzkonstruktionen der Welt, buddhistische Tempel, Pagoden, Shinto-Schreine, Tempel, Klöster, Bogenbrücken, Hallen,Villen, Paläste, Wohn- und Bauernhäuser, Speicher und Glockenstühle. Allein die traditionellen japanischen Häuser strahlen von der Formensprache her eine schlichte Eleganz aus. Der Werkstoff Holz ist das Lieblingsmaterial des alten Japan in der Tempelarchitektur. Im ganzen Land gibt es Tempel, teils mit Buddhafiguren.

Als japanischer Nationalschatz eingestuft: die Krähenburg Matsumoto, erbaut 1504, eine der wenigen noch original erhaltenen Samurai-Burgen, mit schwarz gefärbter Holzfassade. Bild: Fujitsuka Mitsumasa
Als japanischer Nationalschatz eingestuft: die Krähenburg Matsumoto, erbaut 1504, eine der wenigen noch original erhaltenen Samurai-Burgen, mit schwarz gefärbter Holzfassade. | Bild: Fujitsuka Mitsumasa

Einen besonderen architektonischen Blick auf die japanischen Kulturdenkmäler hat der Fotograf Fujitsuka Mitsumasa. Mit der Fotoserie gibt er Einblick in die Geschichte der japanischen Holzarchitektur. Aus verschiedenen Epochen holt er Bauten vor die Linse und taucht sie in ein mystisch-dunkeltoniges Licht-Schatten-Spiel: Gesamt- und Detailaufnahmen, Innen- und Außenansichten von Sakral- und Profanbauten.

Anhand einer Broschüre kann der Ausstellungsbesucher den schönsten Bauwerken in der 1000-jährigen japanischen Architekturgeschichte folgen, ein No-Theater besuchen, ein Teehaus oder die trutzige Samurai-Burg Matsumoto, ein beliebtes Touristenziel aus dem 16. Jahrhundert, mit schwarz gefärbter Holzfassade. Diese wichtigen Kulturgüter Japans hat der Fotograf in ihrer natürlichen Schönheit und Ästhetik im Bild festgehalten.

Japanisches Kulturdenkmal: Die sechseckige Sazae-do-Halle von 1796, auch „Kreiselschneckenhalle“ genannt, ist ein einzigartiges Bauwerk. Zu sehen in der Ausstellung mit Meisterwerken japanischer Holzarchitektur in Bad Säckingen.
Japanisches Kulturdenkmal: Die sechseckige Sazae-do-Halle von 1796, auch „Kreiselschneckenhalle“ genannt, ist ein einzigartiges Bauwerk. Zu sehen in der Ausstellung mit Meisterwerken japanischer Holzarchitektur in Bad Säckingen. | Bild: Fujitsuka Mitsumasa

In dem Land der Götter treffen sich Rituale und Traditionen. Das Leben ist auf den geradezu kultischen Fotografien zusammen mit der japanischen Schreinerkunst, die ohne Nägel und Schrauben auskommt, als Gesamtkunstwerk zu bestaunen: eine wichtige Dokumentation zum Erhalt der historischen Architektur Japans.

Freuten sich über das große Interesse an der Japan-Ausstellung (von links): Peter Haußmann, Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Bürgermeister Alexander Guhl und Tokiko Kiyota vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin. Bild: Jürgen Scharf
Freuten sich über das große Interesse an der Japan-Ausstellung (von links): Peter Haußmann, Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Bürgermeister Alexander Guhl und Tokiko Kiyota vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin. | Bild: Jürgen Scharf

„Japaner schaffen Räume, wir schaffen Wände“, sagt Peter Haußmann vom Freundeskreis Nagai-Bad Säckingen. Haußmann freut sich, dass die Gesellschaft die Ausstellung, für die man sich bewerben musste, vom Deutsch-Japanischen Zentrum Berlin überhaupt nach Bad Säckingen bekommen hat. Bürgermeister Alexander Guhl betonte, dass es dem Freundeskreis immer wieder gelinge, die fremde Kultur Japans näherzubringen.

Tokiko Kiyota, stellvertretende Generalsekretärin des Deutsch-Japanischen Zentrums Berlin, stellte bei einem Diavortrag den Fotografen Fujitsuka Mitsumasa, über den man in Deutschland wenig weiß, und dessen Lieblingsgebäude vor, und verlas ein Grußwort von ihm. Die frühe japanische Holzarchitektur scheint besonders für Architekturhistoriker interessant. Resonanz gibt es bereits in Fachkreisen: Die Architektenkammer Waldshut wird ihre Jahresversammlung in der Ausstellung abhalten. Insgesamt bietet die Schau ungewöhnliche Reisetipps für Japan.

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