Zur Eröffnung der Ausstellung Altes Japan hatte die Deutsch-Japanische Gesellschaft Freundeskreis Nagai-Bad Säckingen am Freitagabend in die Villa Berberich eingeladen. In Zusammenarbeit mit dem Japanischen Kulturinstitut werden bis Anfang Mai historische Fotografien aus der Sicht westlicher Reisender gezeigt. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein vielfältiges Rahmenprogramm.

Ziel einer Städtepartnerschaft sei es, das kulturelle Leben dort kenne zu lernen, so Bürgermeister Alexander Guhl anlässlich der Vernissage. Mit der aktuellen Ausstellung bietet sich seit Freitag in der Villa Berberich nun eine neue Möglichkeit, in die Japanische Kultur einzutauchen. Bereits zum elften Mal arbeite man mit dem Kölner Kulturinstitut zusammen, freute sich Peter Haußmann, der als Präsident der Deutsch-Japanische Gesellschaft Freundeskreis Nagai-Bad Säckingen die Ausstellung mit organisiert hatte.

Die Leihgaben des Japanischen Kulturinstituts stammen zum größten Teil aus der Sammlung des deutschen Diplomaten Karl von Eisendecher (1841 bis 1934), der sich zwischen 1875 und 1882 in Japan aufhielt. Eine Zeit, die auch in Japan von einem tief greifenden gesellschaftlichen und industriellen Wandel geprägt war, so die Japanologin und Kulturreferentin am Japanischen Kulturinstitut, Angela Ziegenbein, in ihrer Einführung zur Ausstellung.

Dass die Bilder aus verschieden Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens trotzdem vor allem malerische und historisch anmutende Aufnahmen zeigten, sei dem Wunsch der europäischen Besucher geschuldet. In einer Zeit des aufkeimenden Tourismus waren vor allem exotische Aufnahmen gefragt, die aufwendig in Handarbeit nachkoloriert wurden. So lasse sich ein Eindruck gewinnen, wie die Besucher Japans dieses Land vor 150 Jahren wahrgenommen hätte, so der Direktor des Japanischen Kulturinstituts Masakazu Tachikawa.

Zudem rege die Ausstellung dazu an, Parallelen zu finden, wie etwa mit der aus der gleichen Zeit stammenden Villa Berberich, sich zu erinnern und zu vergleichen, ergänzte Haußmann. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Renate Griesser an der Flöte und Greta Knoll am E-Piano. Neben Volksweisen und zeitgenössischen Stücken trug Griesser auch zwei Gedichte aus einem Buch „Nur eine kleine Maulbeere. Aber sie wog schwer“ der aktuellen japanischen Kaiserin Michiko vor.

 

Ausstellung

  • Die Ausstellung "Altes Japan" ist noch bis zum 6. Mai in der Villa Berberich zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Mittwoch, Donnerstag und Samstag von 14 bis 17 Uhr sowie Sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt zwei Euro, für Schüler und Studenten ermäßigt ein Euro. Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

 

Das Rahmenprogramm der Ausstellung:

  • Sonntag, 22. April, 15 Uhr: Vortrag "Wie sehen die JapanerInnen die Welt – und sich selbst?" mit dem Münchner Professor für Japanologie Peter Pörtner
  • Sonntag, 29. April, 15 Uhr: Vortrag "Japan in der Meiji-Zeit: Tradition, Moderne und die Sicht des Westens" mit Harald Fuess, Professor für die Geschichte Japans in Heidelberg.
  • Samstag, 5. Mai, 15 Uhr: Nachmittag für Kinder am japanischen Feiertag "Kodomo no hi" mit japanischen Spielen, basteln und verkleiden.