Schnell aufs Rad und zum Bahnhof Bad Säckingen, um den Zug nach Wehr-Brennet zu erwischen – schließlich habe ich in einer halben Stunde einen Termin beim Bahnhof Wehr. Und wie gelangt man zu einem Bahnhof? Mit dem Zug natürlich. Dachte ich zumindest und habe auf der Internetseite der Deutschen Bahn „Wehr“ als Zielort eingegeben. Der einzige Bahnhalt, der mir angezeigt wurde, war Wehr-Brennet. Na, dann muss das mein Zielort sein, dachte ich. Falsch gedacht.

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Bereits mit einem Fuß in der Regiobahn Richtung Basel ruft mich eine Redaktionskollegin an. „Habe ich dich vorhin richtig verstanden? Du willst mit dem Zug zum Wehrer Bahnhof fahren? Dort hält schon lange kein Zug mehr.“ Wie ich erfahre, ist „Wehr-Brennet“ mitnichten „Wehr“, sondern ein Ortsteil der Gemeinde und liegt ziemlich weit von meinem Zielort entfernt. Und in den Bahnhof Wehr ist 1971 letztmals ein Personenzug eingefahren. Zum Glück muss die Kollegin später auch nach Wehr und holt mich in Wehr-Brennet mit dem Auto ab. Ich komme noch pünktlich zu meinem Termin.

Das ist nicht der Bahnhof Wehr. Inzwischen weiß das auch SÜDKURIER-Volontär Marcel Jud.
Das ist nicht der Bahnhof Wehr. Inzwischen weiß das auch SÜDKURIER-Volontär Marcel Jud. | Bild: Jasch-Ramsteck

Nach fast zwei Monaten als Redakteurs-Azubi in der Bad Säckinger Lokalredaktion des SÜDKURIER sollte man das eigentlich wissen, denken Sie jetzt – zurecht. Da bringt es auch nichts, wenn ich schreibe, dass ich vor meiner Zug-Irrfahrt noch nie in Wehr war und ein guter Kumpel meinen Orientierungssinn schon einmal mit dem eines blinden Kamels verglichen hat.

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Nun gut, immerhin habe ich jetzt die Gemeinde Wehr auf einen Schlag sowohl mit dem Zug, im Auto und im Bus er-fahren. Und es hätte mich ja auch noch schlimmer treffen können. Denn wie ich jetzt weiß, gibt es neben dem Bahnhof Wehr noch zwei weitere stillgelegte Bahnhalte in der Gemeinde, nämlich in Brennet-Wehratal und in Öflingen. Hätte ich den Termin bei einem dieser Bahnhöfe gehabt, hätte mich das wohl vollends aus der Bahn geworfen.