Harpolingen – Mobilität ist für Harpolingen das A und O. Dies gilt insbesondere für ältere Dorfbewohner und Jugendliche ohne eigenem Auto. Als mobilitätsfördernde Maßnahme beschloss der Harpolinger Ortschaftsrat bereits Anfang letzten Jahres ein "Mitfahrerbänkle" in Betrieb zu nehmen. Die Initiative dafür ging vom Bürgerverein "Daheim in Harpolingen" aus. Der Bürgerverein übernahm außerdem die Projektumsetzung mit Christina Büche als Projektleiterin. Am Donnerstag weihte der Bürgerverein das Mitfahrerbänkle offiziell ein.

Die Vorsitzende des Bürgervereins, Christine Oechslein, stellte den Mobilitätsfahrplan "Mobil in Harpolingen" vor, den jeder Haushalt erhält. Der Mobilitätsfahrplan bezieht sich auf die Strecke Harpolingen-Bad Säckingen. Er enthält Busfahrzeiten von Linien- Ruf- und Citybus sowie Informationen rund um das "Mitfahrerbänkle". Bis zur Einweihung gab es für Christina Büche viel zu tun: So mussten die Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Auswirkungen auf den Nahverkehr oder die Standortfrage mit den dafür zuständigen Behörden (Stadtverwaltung Bad Säckingen, Verkehrsbehörde, Landratsamt und Schulen) geklärt werden. Klaus Strittmatter, Leiter des technischen Dienstes der Stadt Bad Säckingen, stand der Projektkoordinatorin Christina Büche mit Rat und Tat zur Seite. So hat der Bauhof an den Standorten die baulichen Voraussetzungen geschaffen.

In Bad Säckingen steht das Mitfahrerbänkle auf dem Gelände der Gewerbeschule neben der Bushaltestelle am Zaun zur Firma Remo. Das Mitfahrerbänkle in Bad Säckingen bei der Gewerbeschule aufzustellen, begründet Christina Büche damit, dass bei zu langen Wartezeiten, der nächste öffentliche Bus benutzt werden kann. In Bad Säckingen selbst, kann man sich dann mit dem Citybus an den jeweiligen Wunschort bringen lassen. In Harpolingen fiel die Standortentscheidung auf den Parkplatz des ehemaligen Dorfladens. Das Buswarthäuschen für Harpolingen wurde von Jonas Baumgartner und Martin Maier eigens entworfen. Der Vorteil: Das Dach bietet Schutz vor Regen und Wind. Klaus Fischer und Doris Neufahrt lackierten das Holz mit einer Schutzfarbe. Die Beschriftung hat Doris Neufahrt geschnitzt. Während die weiteren Arbeiten vom Bürgerverein und von Helfern ehrenamtlich ausgeführt wurden, trägt der Ortschaftsrat mit seinem Budget die Materialkosten. Großen Wert legt Büche darauf, dass dieses Angebot nicht die Busverbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr ersetzt. Als Mitfahrer trägt jeder für sich selbst die Verantwortung, gibt Büche zu bedenken. Es ist niemand gezwungen, bei jemandem einzusteigen oder jemanden mitzunehmen. Es kann ja auch sein, dass Autos, die vorbeifahren, nicht Bad Säckingen zum Ziel haben, oder das Auto schon besetzt ist.