Im Gepäck hatte Nufer eine Waldkarte, die 1811 kurz nach der Säkularisierung des Bad Säckinger Stifts entstanden ist und den Bad Säckinger Stadtwald zeigt. Weiter war es eine Gemarkungskarte von 1898 mit den Gemarkungen Wallbach, Säckingen und Obersäckingen. Und einen Umschlag mit diversen Urkunden, die sogar eine kleine Sensation in der Bad Säckinger Geschichte offenbart haben.

Schlagbaum mit Zollhäuschen

Noch in seiner aktiven Zeit als Bürgermeister lag Nufer viel an der Entstehung an dem Haus Fischerzunft. Teilweise hat er während der Sanierungsarbeiten an dem historischen Haus sogar selbst Hand angelegt. Darum war es ihm auch wichtig, dass die beiden historischen Karten einen Platz im Haus Fischerzunft finden. Nachdem Nufer die Karten vor 40 Jahren erhalten hatte, hatte er sie aufwendig restaurieren und rahmen lassen.

Die Urkunden stammen aus dem Besitz der Familie Günter Baitsch, dem früheren Chefarzt des St. Marienhauses. Die Urkunden zeugen von einem Streit zwischen der Familie Leo, den Besitzern des damaligen Badhotels (heutiger Standort Marienhaus) und Anton Herzog, der ein Haus neben dem Badhotel besessen hatte.

Es ging dabei um das Speis- und Weinschankrecht. Die Klage zog sich damals über mehrere Instanzen und offenbarte, dass die frühere Stadtmauer um Säckingen herum auch einen Schlagbaum mit Zollhäuschen hatte. „Das ist eine ganz neue Entdeckung“, erklärte Stadthistorikerin Adelheid Enderle, die die Urkunden übersetzt hatte. „Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte niemand gewusst, dass die Stadt Säckingen mit einem Schlagbaum an der steinernen Brücke abgegrenzt war“.

Die Gemarkungskarte von 1898 zeigt genau, wie sich die Gemarkungen Wallbach, Säckingen und Obersäckingen aufgeteilt hatten. Sogar der Rheinsberg ist noch gut zu erkennen, der damals noch zu Obersäckingen gehörte. Heute gehört der Rheinsberg zur Gemeinde Murg.

Bad Säckingen ist noch einige der wenigen Gemeinden, die einen Stadtwald besitzen. „Ansonsten sind viele Waldstücke in privater Hand“, weiß Günter Nufer. Die zweite Karte zeigt darum auch den Stadtwald, der vor der Säkularisierung auch Stiftswald war.

Jetzt macht sich der Verein Haus Fischerzunft daran, würdige Plätze für die gerahmten Karten zu finden, wie es die Vorsitzende des Vereins, Martina Hofmann, erklärte. Die Urkunden gehen in den Besitz des Bad Säckinger Stadtarchivs über.