Sprayen für die Barrierefreiheit: Mit dieser Aktion wollen der Behindertenbeirat Bad Säckingen und das Demografiestrategische Forum (DSF) auf das Thema aufmerksam machen. "Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht", sagt Hartmut Fricke, Vorsitzender des Demografiestrategischen Forums. "Leider werden aber die bestehenden Vorgaben, zu denen sich unser Land – und damit auch unsere Stadt – verpflichtet haben, nicht oder nur unzureichend umgesetzt", so Fricke.

Zu viele öffentliche und private Gebäude, Wege, Verkehrsflächen und Straßenübergänge sowie öffentliche Räume in Bad Säckingen seien nicht barrierefrei. "Dadurch werden die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen, aber auch Familien mit Kinderwagen eingeschränkt", meint Fricke weiter. In der jüngsten Sitzung des Demografiestrategischen Forum wurde das Thema Barrierefreiheit aufgenommen und diskutiert. "Wir haben dann beschlossen, dass wir den Behindertenbeirat bei diesem Thema mit ins Boot holen müssen", sagt der DSF-Vorsitzende.

Bereits vor einiger Zeit hat der Behindertenbeirat in einem Rundgang Stellen in Bad Säckingen ausgemacht, die zu überarbeiten oder zu ändern wären, um barrierefrei zu sein. "Manchmal reichen schon die einfachsten Mittel, um ein große Wirkung zu erzielen", so Morena Eckert, die dem Behindertenbeirat und dem Demografiestrategischen Forum angehört. Jetzt haben sich die beiden Einrichtungen für diese Aktion zusammengeschlossen und möchten das Thema fantasievoll aufarbeiten, wie es Hartmut Fricke nennt.

Am Samstag, 20. August, starten die beiden Einrichtungen vom Bahnhof aus und sprühen Graffitis auf öffentliche Gehwege, um so auf die Möglichkeiten der Barrierefreiheit aufmerksam zu machen. "Wir wollen aber nicht nur auf die Missstände aufmerksam machen, sondern auch die positiven Beispiele aufzeigen", erklärt Morena Eckert. Als positive Beispiele nennt sie die neue Rampe am Schloss oder die Behindertentoiletten beim Rathaus. Die Farben aus der Spraydose sind Rückstandsfrei und nicht von Dauer, das heißt mehr wie einen langen Regenschauer überleben die Farben nicht. "Wir wollen die Menschen mit dieser Aktion sensibilisieren und ein Problembewusstsein erzeugen", sagt Hartmut Fricke.

Auch Bürgermeister Alexander Guhl hat seine Teilnahme zugesagt. "Aber auch die Gemeinderäte und die Verwaltung sind zu dieser Aktion eingeladen", so Fricke. Auch Bürger sind zu der Aktion eingeladen. Doch mit der Aktion allein soll es aber noch nicht gewesen sein. "Wir werden auch danach mit der Stadt im Gespräch bleiben", ist sich Fricke sicher. "Barrierefreiheit ist ein großes Bedürfnis in der Stadt. Wir wollen Impulse schaffen und Prioritäten setzen", sagt Fricke. Und das auch gemeinsam mit dem Behindertenbeirat, dem Mobilitätsbeirat und der Stadtverwaltung: "Es geht nur gemeinsam", sagt Fricke. "Denn nur so kann es funktionieren".

Die Aktion

Am Samstag, 20. August, treffen sich die Teilnehmer der Aktion um 14 Uhr am Bahnhof in Bad Säckingen. Rund anderthalb Stunden geht es durch die Stadt, wo mit Spraydosen Sprüche auf öffentliche Wege aufgesprüht werden. Aber nicht nur Problemstellen werden markiert, sondern auch positive Beispiele werden gekennzeichnet. So soll die Bevölkerung für das Thema "Barrierefreiheit" sensibilisiert werden. Die Aktion startet auf Initiative des Demografiestrategischen Forum und dem Behindertenbeirat Bad Säckingen.