Heiße Rhythmen und sprühendes Temperament an einem kalten Wintermorgen: Mit dem zündenden Stück „Tico Tico“ eröffneten die Sängerin und Akkordeonistin Christine Schmid und der Gitarrist Gaetano Siino ihre Matinee „Chanson goes Gypsy“ in der Bad Säckinger Villa Berberich. Dicht gedrängt saßen die Zuhörer im Ausstellungsraum im Grand Salon, wo das Duo im rötlichgelben Scheinwerferlicht gleich mit dem zweiten Titel „That‘s amore“ das Motto für das Programm ausgab. Es ging wieder mal um die Liebe.

„Wir sind aber kein Pärchen“, stellte Christine Schmid augenzwinkernd klar. Musikalisch versteht sich die charmante Chanteuse und atemberaubend fingerfertigen Akkordeonvirtuosin blendend mit ihrem Gitarrenpartner, der dank seiner furiosen Spieltechnik, seinem präzisen Rhythmusgefühl und seinem exzellenten Klanggespür sehr gut mit der becircenden Ausstrahlung der Sängerin mithalten kann. Das zeigen die beiden in der italienischen Tarantella „Abballati“, die nur so sprüht vor rhythmischer Vitalität, feuriger Verve, irrwitzig gesteigertem Tempo und Spielfreudigkeit.

Zu Ehren der kürzlich verstorbenen Operndiva Montserrat Caballé hat die Sopranistin ein wehmütiges, sehnsuchtsvolles spanisches Lied „Hijo de la Luna“ im Repertoire, das sie mit leuchtkräftiger Stimme singt. Auch einen Ausflug nach Andalusien unternehmen die beiden Künstler in dem Klassiker „Granada“, den Christine Schmid mit glühender Leidenschaft und Intensität singt und in dem Gaetano Siino gitarristisch fulminant auftrumpft.

Wie schwungvoll und faszinierend ihre Stimme und ihr virtuoses Akkordeonspiel mit der Gitarrenkunst von Gaetano Siino zusammengeht, hörte das Publikum auch in dem bekannten Song „Bei mir bist du schön“ und in „Minor Swing“ der Gypsy-Swing-Legende Django Reinhardt. In dem Stück „Alouette“ demonstrierte Siino auf staunenswerte Art, dass er seine Gitarre wie eine Lerche singen lassen, trillernde Vogellaute imitieren und filigrane, fantastische und virtuose Klangeffekte aus den Saiten zaubern kann. In einem Medley bekannter neapolitanischer Canzonen wie „O sole Mio“, „Torna a Surriento“ und „Funiculi, Funicula“, eigentlich Paradenummern für Tenöre, glänzte Christine Schmid mit leuchtkräftigem Sopran und viel Sentiment und Gefühl.

Wer die beiden wiederhören will, kann das am 26. Januar in der Kleinkunstreihe in Wehr. Außerdem ist Christine Schmid am 27. Januar mit einer Opern- und Operettenmatinee wieder im Grand Salon in der Villa Berberich zu erleben.