30 000 Euro spendeten die Rotarier für Kinder sucht- oder psychisch kranker Eltern, die im Projekt "Baumhaus" des Caritasverbandes Hochrhein, betreut werden. Ausgelegt ist die Spende auf drei Jahre zu je 10 000 Euro. Doch mit der jährlichen Summe von 10 000 Euro sind gerade mal 20 Prozent der Personalkosten pro Jahr gedeckt, die für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen von sechs bis 18 Jahren benötigt werden.

Projekt läuft seit 2011

Um diesen Kindern zu helfen, die Krankheit ihrer Eltern besser zu verstehen und die damit verbundene Lebenssituation besser bewältigen zu können, ist 2011 das Projekt "Baumhaus" als Teil der Abteilung Gemeindepsychiatrie des Caritasverbandes Hochrhein gegründet worden. Insgesamt 25 Kinder von psychisch- oder suchtkranken Eltern werden von fünf ausgebildeten Sozialarbeiterinnen an zwei Gruppenorten betreut.

Aufklärung: Was ist Sucht?

In Bad Säckingen finden die Gruppenstunden alle zwei Wochen statt, in Tiengen wöchentlich. "Die Gruppenstunden sind aufgeteilt in drei Bausteine", erklärt Projektleiterin Sandra Drews-Mutter. Zu Beginn der Gruppenstunde wird geklärt, wie es den Kindern und Jugendlichen im Einzelnen geht und was sie beschäftigt. "Dann geht es an die Aufklärung was Sucht ist", so Drews-Mutter weiter. Denn es geht darum, den Kindern die Angst zu nehmen, dass sie schuld sind an der Sucht ihrer Eltern. Es werden aber auch Themen wie Mobbing behandelt.

Spaß in der Gruppe

Trotzdem kommt auch der Spaß in und mit der Gruppe nicht zu kurz. So werden Geburtstage gemeinsam gefeiert, aber auch Feste wie Ostern und Weihnachten. Auf diese Feiertage hin, wird auch gemeinsam gebastelt. "So können die Kinder die Erfahrung machen, dass sie mit ihrer Situation nicht alleine sind", so die Projektleiterin. Wenn auch der Name "Projekt Baumhaus" ein wenig in die Irre führen kann, findet die Projektleiterin den Namen gut gewählt. "Dieser Begriff wird mit einem Rückzugsort der Sicherheit vermitteln kann, gleichgesetzt", so Sandra Drews-Mutter.

Problem noch wenig bekannt

Mit der Spende von 30 000 Euro haben die Rotarier Waldshut-Säckingen das zweite große Projekt unterstützt. "Für uns Rotarier ist das 'Baumhaus' ein einzigartiges Projekt", so Tilman Bollacher, Präsident des Rotary-Clubs Waldshut-Säckingen. "Denn wie schwer es Kinder und Jugendliche mit psychisch- und suchtkranken Eltern haben, ist in der Gesellschaft noch zu wenig bekannt".

Weitere Spenden nötig

Deshalb möchten die Rotarier mit ihrer Unterstützung helfen, die Arbeit der Projektgruppe bekannter zu machen, wie Bollacher weiter erklärt. Und gerade weil die Finanzierung dieses Projektes noch nicht gesichert ist, sind weiter Spenden nötig. Mit der Spende teilen sich die fünf Sozialarbeiterinnen des Projektes die 0,8 Stelle. Das Projekt wird, neben einem jährlichen Zuschuss des Landkreises, hauptsächlich aus Eigenmitteln des Caritasverbandes finanziert.