Bad Säckingen – Das St. Josefshaus in Bad Säckingen ist ein Gebäude mit einer besonderen Geschichte. Einst ein Armenhaus, später ein Lehrerwohnhaus und dann das erste Spital in Bad Säckingen, fand es 1458 bereits seine erste Erwähnung. Zum Schluss wurde es als Seniorenwohnheim genutzt, bevor dann 1998 der große Umbau kam. Heute ist das St. Josefshaus eine moderne Tagespflege und Begegnungsstätte für Senioren. Gleichzeitig ist der ambulante Pflegedienst untergebracht und es stehen insgesamt zehn Wohnungen für Betreutes Wohnen in einer Größe von
25 bis 50 Quadratmeter zur Verfügung. Jetzt feiert das „Neue Josefshaus“ ein Jubiläum. Denn seit dem Einzug im Jahr 2000, hat die Arbeiterwohlfahrt (Awo) die Betreuung übernommen.

Der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes stellte die Verantwortlichen zum Ende der 1990er-Jahre vor große Herausforderungen. Das St. Josefshaus ist bis heute im Besitz der Pfründ- und Spitalstiftung, eine öffentlich-rechtliche Stiftung. Der Gemeinderat der Stadt Bad Säckingen ist gleichzeitig auch der Stiftungsrat und der Bürgermeister der Vorsitzende des Stiftungsrates. Bis zu seiner Schließung 1995 verfügte das
St. Josefshaus über 14 Altenheim-, 27 Pflegeheim- und zwei Kurzzeitpflegeplätze. Schon in der Vergangenheit ist das Haus immer wieder renoviert und umgebaut worden. Zuletzt in den Jahren 1958 bis 1961 und 1978 bis 1980.

Doch durch das Inkrafttreten der Pflegeversicherung für die Alten- und Pflegeheime im Jahr 1996 und durch die Heimmindestpersonalverordnung ergaben sich die grundsätzlichen Strukturänderungen. „Das Haus konnte so nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden“, erklärt der Awo-Kreisgeschäftsführer Thomas Bomans.

Nach der Schließung des Hauses 1995, begannen die Planungen beim Stadtbauamt. Denn das denkmalgeschütze Gebäude verlangte viel Fingerspitzengefühl von den Fachleuten. Obwohl das Gebäude bei den Bauarbeiten komplett entkernt worden ist, blieben wesentliche Charaktere des Hauses bestehen. Das war ein Wunsch des damaligen Stadtbaumeisters Michael Rohrer. „Dafür sind wir ihm heute immer noch sehr dankbar“, sagt Bomans. Unter anderem ist das Treppengeländer im Haus aus der ursprünglichen Zeit erhalten geblieben.

Die Finanzierungen der Arbeiten erfolgten über die Zuschüsse des Bundesministeriums für Arbeit des Landes Baden-Württemberg, des Landkreises Waldshut und der Stadt Bad Säckingen. Über 3 Millionen D-Mark hat der Umbau des Hauses damals gekostet. Ende Januar 2000 wurden die Räume vom ambulanten Dienst bezogen und auch die ersten drei Wohnungen fanden ihre Nutzer. Die Tagespflege hat ihre Arbeit Mitte Februar aufgenommen. Heute stehen 15 Plätze in der Tagespflege zur Verfügung. Morgens werden die Gäste mit einem Hol- und Bringdienst ins Josefshaus gebracht, wo jeder Tag zunächst mit einem gemeinsamen Frühstück beginnt, wie die Leiterin der Tagespflege, Petra Klein erklärt. Kognitive Übungen, Spiele, Basteln oder gemeinsames Kochen stehen auf dem Tagesplan. Um auch immer wieder Besucher ins Josefshaus zu holen, hat die Awo die Reihe „Kunst sehen im St. Josefshaus“ organisiert. Künstler aus der Region finden in der Veranstaltungsreihe eine Plattform, um ihre Kunst der Öffentlichkeit zu präsentieren.

60 Mitarbeiter sind momentan im ambulanten Pflegedienst tätig, das ebenfalls im Haus untergebracht ist. Zu den Mitarbeitern zählen sowohl Hauswirtschafts- und Pflegekräfte. Diese stehen auch den Bewohnern der insgesamt zehn Wohnungen im Obergeschoss zur Verfügung. Die Wohnungen sind zwischen 25 und 50 Quadratmeter groß und sind alle mit einem Hausnotruf der DRK ausgestattet. „Die Wohnungen werden alle mit nur einer Person bewohnt“, erklärt der Awo-Kreisgeschäftsführer.

In der jüngsten Zeit hat die Awo das Dachgeschoss ausgebaut und somit um ein Besprechungszimmer erweitert. Am Gebäude selbst ist noch ein Wintergarten angebaut worden, in dem die Gäste der Tagespflege viel gemeinsame Zeit verbringen.

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.