Für den großen Gebäudekomplex am Unteralpfener Stieg, der derzeit noch vom „Collegium Musicum“ genutzt wird, zeichnen sich neue Perspektiven ab. Auf Anfrage bestätigte Schulleiter Thomas Lindner, dass der Schulbetrieb voraussichtlich noch in diesem Jahr auslaufen wird. Derzeit seien nur noch sieben Schüler an der Schule. Eigentümer der Anlage ist der „Verein zur Förderung musischer Bildung“.

Konzert am Collegium Musicum: Im Bild die Streichergruppe der Musikrealschule mit Klassenlehrer Klaus Pfeiffer am Klavier. Nun soll das Gebäude neu genutzt werden.
Konzert am Collegium Musicum: Im Bild die Streichergruppe der Musikrealschule mit Klassenlehrer Klaus Pfeiffer am Klavier. Nun soll das Gebäude neu genutzt werden. | Bild: Manfred Dinort

Inzwischen liegen der Gemeindeverwaltung gleich drei Bauvoranfragen vor, mit dem Ziel, die Gebäude zu erwerben und einer neuen Nutzung zuzuführen. „Drei Bauvoranfragen für das gleiche Objekt, die aus unserer Sicht alle genehmigungsfähig sind“, stellte Bürgermeister Stefan Kaiser in der Sitzung des Technischen Ausschusses fest. Letztendlich müsse aber der Eigentümer entscheiden, wer den Zuschlag bekommt.

Seniorenwohnen und Feriendomizile

Einer der drei Antragsteller, ein Investor aus Titisee-Neustadt, äußerte in seiner Bauvoranfrage die Absicht, das Bestandsgebäude zu sanieren, zu modernisieren, die Dachgeschosse für seniorengerechte Wohnungen auszubauen, das Garagengebäude zu sanieren und aufzustocken, fünf Wohnmobilstellplätze einzurichten und außerdem vier Ferienhütten und vier Fässer zum Übernachten aufzustellen. Dazu sollen 25 seniorengerechte Wohneinheiten, eine Pflegedienststelle, eine Kaffeestube, Schulungs-, Seminar- und Veranstaltungsräume, Gästezimmer sowie Betreiber- und Mitarbeiterwohnungen eingerichtet werden. Geplant ist auch ein neuer Stall für Tierhaltung sowie die Erneuerung der Leichtbaugaragen.

Café und Seminarräume

Der zweite Antragsteller, mit Firmensitz in Basel, strebt eine Nutzungsänderung für gewerbliche Zwecke an, mit Café, Gästezimmern, Seminarräumen, einem Gemeinschaftsraum und „Coworking Spaces“ (Arbeitsplätze für Homeoffice). Dafür sollen Flächen im Erdgeschoss, in den beiden Obergeschossen und im Dachgeschoss saniert und ausgebaut werden.

Gründung einer Akademie

Beim dritten Antragsteller handelt es sich um den Verein „UmStieg“ aus Freiburg. Der Verein plant die Gründung einer Landakademie für nachhaltige Entwicklung mit Übernachtungsbereich für Seminargäste, ein Bio-Café und einen Mehrgenerationen-Wohnbereich für die Betreiber der Bildungseinrichtung. Daneben ist ein Ausbau des Dachgeschosses mit Übernachtungsräumen vorgesehen. In der Planung sind Plätze für 35 Bewohner und für 40 Übernachtungsgäste aufgelistet.

„Das sind schöne und interessante Vorhaben, die aus unserer Sicht alle einen sinnvollen Zweck erfüllen und sich nur durch Nuancen voneinander unterscheiden“, urteilte Stefan Kaiser. Auch seitens der Gemeinderäte wurden die neuen Pläne begrüßt. Es gab nur kleinere Bedenken. So stellte Reiner Brutsche von den in Frage, ob das Dachgeschoss für Seniorenwohnungen geeignet sei. Franz Brüstle (FWV) bezweifelte, ob die Wasserversorgung ausreiche. Das seien Details, die im Rahmen des Genehmigungsverfahrens überprüft würden, betonte Stefan Kaiser in der Gemeinderatsitzung.