Denkbar knapp fiel die Abstimmung im Gemeinderat über eine turnusmäßige, moderate Erhöhung der Kindergarten-Gebühren aus: 13 Ratsmitglieder stimmten für eine Erhöhung, 12 dagegen. Vorausgegangen war eine kontroverse Diskussion. Bürgermeister Stefan Kaiser hatte eingangs darauf verwiesen, dass die Verwaltung der Empfehlung von Gemeindetag, Städtetag und der Kirchen gefolgt sei. Die Verbände seien davon ausgegangen, dass es zunehmend gelingt, den Kindern wieder einen zeitlichen Betreuungs-Rahmen anzubieten, wie er auch vor Corona bestanden hat. „Sollte das jedoch nicht gelingen, wäre seitens der Gemeinden zu erwägen, den Elternbeitrag im Verhältnis zum geleisteten Betreuungs-Umfang anzupassen“, so der Bürgermeister.

Moderate Erhöhung

Mit Blick auf die allgemeinen Kostensteigerungen hatten die Verbände eine Erhöhung der Elternbeiträge um pauschal 1,9 Prozent empfohlen. Um aber einen höheren Deckungsgrad zu erreichen, habe sich die Verwaltung dafür entschieden, etwas über diese Empfehlung hinauszugehen, so Stefan Kaiser.

Der Kindergarten Zwergenhaus im Albbrucker Ortsteil Buch.
Der Kindergarten Zwergenhaus im Albbrucker Ortsteil Buch.

SPD-Sprecherin Helga Dietenberger erklärte, dass die geplante Erhöhung insgesamt zwar moderat ausfalle, dass aber andrerseits viele Familien durch die Corona-Krise in eine Notlage geraten seien, „und da kann ich einer Erhöhung zu diesem Zeitpunkt nicht zustimmen.“ Die Emotionalisierung während der Krise sei immens gewesen, stellte Günter Renk (SPD) fest. Daher komme für ihn eine Erhöhung zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Frage.

Pro und Contra

Katrin Drexler (Grüne) verwies auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten: „Da können wir jetzt nicht mit einer Gebührenerhöhung kommen.“ Lothar Schlageter (FWV): „Ich würde mich dabei auch nicht wohl fühlen.“ Er schlug vor, nach der Sommerpause neu zu entscheiden. Reiner Brutsche (Grüne) meinte: „Es wäre sicherlich ein gutes Zeichen, nicht zu erhöhen.“ Andrerseits sei ihm aber auch klar, dass eine spätere Erhöhung umso kräftiger ausfallen werde.

Ziel ist höherer Kostendeckungsgrad

Bürgermeister Stefan Kaiser verwies auf die Abschläge im laufenden Jahr. Schon jetzt habe man sich weit von dem angestrebten Kostendeckungsgrad entfernt, „ich denke, dass wir den Eltern bereits weit entgegengekommen sind“.

„Wir sind bisher immer gut damit gefahren, dass wir uns in regelmäßigen Abständen um eine moderate Erhöhung bemüht haben“, sagte Claus Schlachter (CDU). Er ist sich sicher: „Das Lob, das wir jetzt für einen Verzicht bekämen, wäre sicher nur von kurzer Dauer.“