Immer wieder sind Wohnmobile unterwegs, deren Eigentümer nostalgische Fahrzeuge für ihre Zwecke umfunktioniert haben oder Wohnwagen bastelten, deren Ursprung ein völlig anderer war, als den freiheitliebenden Reisenden ihr Dienste zu tun. In den meisten Fällen wurde die Karosserie erhalten und lediglich der Innenausbau erneuert.

Ganz anders hat dies Peter Binkert aus Birndorf gemacht und sich dabei seinen Traum erfüllt, alles aus Holz zu gestalten. Dabei hat der Schreiner, der der Landwirtschaft sehr verbunden ist, von Beginn an gewusst, dass er Altes mit Neuem verbinden wollte. Schließlich sollte der von den Großeltern im Jahr 1965 für 5000 Deutsche Mark gekaufte Ladewagen mit neuem Leben erfüllt werden.

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Bereits dessen Existenz in der Familie Binkert war eng mit Holz verbunden. Weiß doch der heutige Senior Fridolin Binkert, dass dafür 100 Festmeter Holz aus dem Wald bei Hohenfels geschlagen und verkauft werden mussten. So dient das gebrauchte Gefährt heute als Untersatz der mobilen Unterkunft, das von seinem Besitzer auf einem Traktor der Marke Steyr 360 Kompakt bewegt wird.

Auf große Reise mit der „fahrbaren Bude“

Vor zwei Jahren hatte sich Peter Binkert vorgenommen, nicht nur seine „fahrbare Bude“, wie er salopp den schmucken Wohnwagen nennt fertigzustellen, sondern zum 50. Geburtstag auch eine größere Reise damit zu starten. Wäre Corona nicht aufgetaucht, wäre dies auch möglich gewesen. Mit Liebe zum Detail ohne einen vorgefertigten Plan oder gar Bausatz startete der noch 49-Jährige sein Vorhaben. Dabei half ihm immer wieder sein elfähriger Sohn Emil. „Ein Arbeitsschritt folgte dem anderen“, sagt Peter Binkert auch mit dem Hinweis, dass sich ihm in so manch nächtlicher Schlafpause die passenden millimetergenauen Lösungen auftaten.

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So kam es schließlich zur durchdachten Luxusausführung auf einer Fläche von sechs Quadratmetern mit Wasserversorgung, WC und der Nutzung umweltfreundlicher Energie. Mehrere Fenster bringen Tageslicht in den Raum. Sonnenkollektoren füttern die Batterie, die zur Versorgung der Kochplatte ebenso dient wie für den Kühlschrank.

In den vielen Arbeitsstunden entwickelte sich der Handwerker auch zum Designer. Die ausziehbaren Betten bieten ausreichend Platz für zwei Personen, außerdem steht ein einklappbarer Tisch zur Verfügung. Diesen hatte Peter Binkert aus einer vor dem Elternhaus einst dem Sturm zum Opfer gefallenen alten Pappel gezimmert.

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