In regelmäßigen Abständen erhöht die Gemeinde Albbruck wegen steigender Kosten die Kindergartengebühren für die Eltern. Das liegt den Gemeinderäten schwer im Magen. Trotzdem stellte sich der Gemeinderat auch diesmal wieder geschlossen hinter den Vorschlag der Verwaltung, eine Erhöhung vorzunehmen. „Die letzten Tarifabschlüsse und die verlängerten Urlaubszeiten bringen wieder eine enorme Mehrbelastung für die Gemeinde“, stellte Bürgermeister Stefan Kaiser fest. Wichtig sei daher, so auch die Gemeinderäte Günter Renk (SPD) und Katrin Drexler (die Grünen), diese Notwendigkeit positiv zu vermitteln. Es kam aber der Einwand, dass eine Erhöhung zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwer zu vermitteln sei. „Egal welcher Zeitpunkt, er kommt immer ungelegen“, sagte Stefan Kaiser.

Um nicht jedes Mal erneut die Diskussion führen zu müssen, so erinnerte Kaiser, habe der Gemeinderat vor einigen Jahren den Grundsatzbeschluss gefasst, den Empfehlungen der kommunalen und kirchlichen Spitzenverbände zu folgen, die diesmal eine Erhöhung um 3,9 Prozent vorgeschlagen hätten. In den vergangenen Jahren habe sich jedoch gezeigt, so Stefan Kaiser, dass zwischen dieser Zielvorstellung und der kommunalen Wirklichkeit eine große Kluft bestehe, die es nun zu schließen gelte. Daher schlage die Verwaltung vor, für das kommende Kindergartenjahr im stärkeren Maß von dem Positionspapier der Verbände abzuweichen, da die vorgeschlagene Gebührenerhöhung nicht ansatzweise ausreiche, den angestrebten Kostendeckungsgrad von 20 Prozent zu erreichen. Dieses Dilemma sei auch den Verbänden bewusst, indem sie mitteilten, „dass die Steigerung von 3,9 Prozent bewusst hinter der Entwicklung der tatsächlichen Kostensteigerungen und der augenblicklichen Inflationsrate zurückgeblieben ist“. Hinzu kämen die aktuellen Tarifabschlüsse, die in dem Positionspapier nicht berücksichtigt wurden.

Der Gebührendeckungsgrad der Gemeinde Albbruck, so rechnete Amtsleiter Philipp Bastian vor, lag in den vergangenen Jahren zwischen 11,4 und 14,1 Prozent, also deutlich unter dem angestrebten Deckungsgrad von 20 Prozent. Damit ergebe sich für die Gemeinde im Durchschnitt ein jährlicher Verlust von 199.800 Euro, die Unterdeckung pro Kind lag 2021 bei 50,32 Euro monatlich. Würde die Gemeinde den Vorschlägen der Verbände folgen, käme ein weiteres Ungleichgewicht hinzu: Die Gebühren der Kleinfamilien würden deutlich stärker steigen als die Gebühren der Familien mit mehreren Kindern, wodurch ein Ungleichgewicht zugunsten der Großfamilien entstünde.

Bei einer Erhöhung von 7,9 Prozent zahle eine Familie mit einem Kind 13 Euro mehr, eine Familie mit vier Kindern aber auch nur insgesamt zwölf Euro mehr. Ziel sei daher, bei den künftigen Beitragserhöhungen ein besseres Gleichgewicht zwischen kleinen und großen Familien herzustellen und die höhere Belastung auf alle Familien gleichmäßiger zu verteilen. Der Gemeinderat stimmte zu, um eine zukunftsorientierte, auf die Gegebenheiten der Gemeinde Albbruck angepasste Lösung zu ermöglichen.