Eine rege Diskussion hat es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Albbruck um die geplante Erhöhung der Eintrittspreise für das Albbrucker Schwimmbad gegeben, das bereits seit 1. Juni geöffnet ist. „Dabei fahren wir immer nur auf Sicht“, stellte Bürgermeister Stefan Kaiser fest. „Wie sich die Lage im Verlauf der Pandemie tatsächlich entwickelt, das wissen wir nicht“, fügte er hinzu. Die Wiedereröffnung sei jedoch an strenge Vorgaben und Hygieneregeln gebunden. So müsse die Personenzahl, die gleichzeitig im Wasser sein darf, ständig überwacht und reglementiert werden. Die Eintrittsbeschränkungen bei den Besucherzahlen werden mithilfe eines Online-Tickets-Systems überprüft. Das Reglement vor Ort muss durch die Bademeister kontrolliert werden.

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Daher sei ein erhöhter Bedarf an Hilfskräften entstanden, zumal auch die umfassenden Hygienevorschriften ständig überwacht werden müssten. Coronabedingt rechne die Gemeinde in der laufenden Saison mit Mehraufwendungen in Höhe von 20.000 Euro. Erschwerend käme hinzu, so Stefan Kaiser, dass die Besucherzahl wohl um die Hälfte zurückgehen werde. Das habe die Erfahrung der Freibäder gezeigt, die im vergangenen Jahr geöffnet waren. Damit werde die Kluft zwischen Erträgen und Aufwendungen noch größer ausfallen. Die zusätzlichen Kosten, so argumentierte der Bürgermeister weiter, müssten, nicht zuletzt aufgrund der angespannten Haushaltslage der Gemeinde, zumindest teilweise auf die Besucher umgelegt werden.

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Daher hat die Verwaltung die folgenden Preise festgelegt: Kinder und Jugendliche von sechs bis 16 Jahren zahlen einen Euro mehr, Erwachsene 1,50 Euro mehr. Stefan Kaiser sagte: „Um unsere tatsächlichen Kosten zu decken, müssten wir, bei 30.000 Besuchern, pro Besucher 10,11 Euro verlangen.“ Tatsächlich liege der durchschnittliche Ticketpreis pro Person bei nur 4,25 Euro. Die Gemeinde müsse in dieser Saison mit einem Defizit zwischen 220.000 und 250.000 Euro rechnen. Daneben habe sich die Verwaltung entschieden, nur Tagestickets zu verkaufen. Da nicht abzusehen sei, wie sich die Pandemie entwickle, könnten keine Dauerkarten angeboten werden. Derzeit werde aber noch über die Einführung von Dutzendkarten beraten.

Trotz des hohen Defizits sprachen sich viele Gemeinderäte, quer durch alle Fraktionen, für eine Senkung der Preise aus, vor allen bei den Familienkarten. „Ich habe ein Problem mit dem Familientarif, der für mich in dieser Höhe keinen Sinn macht“, drückte sich Günter Kaiser aus. „Die Preise schrecken mich ab, wenn ich kurz mal zum Schwimmen gehen möchte“, so Josef Tröndle (beide CDU). Katrin Drexler (Grüne) erklärte: „Das trifft wieder jene am meisten, die es ohnehin nicht leicht haben.“ Er finde es grundsätzlich richtig, dass das Bad geöffnet werde, so Lothar Schlageter (Freie Wähler). Aber einen Familienpreis in dieser Höhe halte er nicht für glücklich. „Vielleicht kann man sich das ja nochmals überlegen.“ Dazu war dann Stefan Kaiser auch bereit. So fand sein Kompromissvorschlag, den Eintrittspreis für Familien von 17 auf 15 Euro zu senken, allgemeine Zustimmung.