Im Fokus der jüngsten Sitzung des Albbrucker Gemeinderats stand das Gewerbegebiet Rütte-­Allischmatten, eine 2,1 Hektar große Fläche zwischen Bahnlinie und der B 34, die jetzt einer neuen Nutzung zugeführt werden soll. Hier hat die Firma Kownatzki Premium Gears GmbH (KPG) aus Wehr einen konkreten Bebauungswunsch geäußert und bereits auch einen Bauantrag gestellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Der erste Schritt

Das familiengeführte Unternehmen KPG betreibt ein Werk in Wehr. Mit über 70 Mitarbeitern werden unter anderem Zahnräder, Ritzelwellen, Getriebesätze und Sondergetriebe gefertigt sowie Turbogetriebe inspiziert, repariert, modernisiert und montiert. Da am Werk in Wehr keine räumlichen Entwicklungsmöglichkeiten vorhanden seien, bot sich für die Firma der Standort Albbruck als Alternative an.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Planung sieht in einem ersten Schritt die Errichtung einer dringend benötigten Produktionshalle vor, um Maschinensätze unterzubringen, die zum Teil Längen von zwölf Metern aufweisen und bis zu sechzig Tonnen schwer sind. Zudem soll ein Teil des mehrstöckigen Verwaltungsgebäudes als Anbau an die Produktionshalle errichtet werden.

Der zweite Schritt

In einem zweiten Schritt erfolgt dann die Erweiterung der Produktionshalle in Richtung Westen, Richtung Tennishalle, sowie die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes. Energetisch ist die Nutzung der Dachflächen für Solaranlagen angedacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch Schallschutzmaßnahmen sind vorgesehen. So sollen auch die der Bahnlinie zugewandten Fassaden mit einem Reflexionsschutz ausgestattet werden, um die Wohnbereiche jenseits der Bahnlinie zu entlasten. Erhalten bleiben die Hecken am Bahndamm und im unteren Bereich, die als Biotope eingestuft wurden. Die Fläche dient auch zur Anlage von Reptilienhabitaten, vor allem für Eidechsen.

Das Änderungsverfahren

Da die Planung den bisher gesetzten Rahmen überschreitet, muss von der Gemeinde ein Änderungsverfahren auf den Weg gebracht werden. So soll, um den Flächenbedarf der KPG besser abdecken zu können, das Bebauungsgebiet um den westlichen Bereich „Spitzrütte“ auf insgesamt 2,3 Hektar zu erweitert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Zur B 34 muss ein Abstand von 26 Metern eingehalten werden, davon sechs Meter für den geplanten Radweg. Über die Rudolf-Eberle-Straße, die durch den östlichen Bereich des Gewerbegebietes führt, ist die Anbindung an die B 34 gegeben, ohne dass die Ortsmitte von Albbruck tangiert wird.

Die Planung

In der Sitzung des Gemeinderates stellte Christine König vom Stuttgarter Planungsbüro Baldauf die Konzeption und den Werdegang vor. Die Fläche wurde bereits 1999 als Gewerbegebiet ausgewiesen, 2006 kam das erste Änderungsverfahren. Die neuerlichen Änderungen, die durch den Bauantrag der KPG erforderlich wurden, seien nur geringfügiger Natur, sagte sie.

Das könnte Sie auch interessieren

Die eingeplante Zugangsstraße im Innenbereich entfällt, die beiden Bebauungsflächen werden zusammengelegt und durch den Bereich „Spitzrütte“ erweitert. In die angrenzenden Biotope werde nicht eingegriffen, das Biotop entlang der Bahnlinie werde wieder hergestellt. Dazu seien auch zahlreiche Gutachten erstellt worden.

Die Offenlage

Nach einer vierwöchigen Offenlage der Pläne gingen zahlreiche Stellungnahmen ein, von Behörden (Regierungspräsidium, Landratsamt), Nachbargemeinden, Verbänden (BUND-Ortsgruppe Albbruck) und einem Bürger. Dabei wurde immer wieder der Abstand zur B 34 in Frage gestellt und die Befürchtung geäußert, dass durch die Bebauung die Planung der A 98 zu stark eingeschränkt werde.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Gemeinderat

Aus den Reihen des Gemeinderats gab es überwiegend positive Reaktionen. Felix Eckert (CDU) erklärte: „Ich halte das Projekt für eine tolle Sache, fast kommt es mir vor wie ein Sechser im Lotto“. Lothar Schlageter (Freie Wähler) mahnte, die Planung mit der Deges abzustimmen. „Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, dass wir was blockieren wollen“, sagte er. Claus Schlachter (CDU) monierte: „Egal, wo wir ein Baugebiet ausweisen, immer ist eine Variante betroffen. Würden wir auf alle Bedenken eingehen, würde in Albbruck keine Entwicklung mehr stattfinden. „Seit Jahren gibt es die Diskussion um die A 98“, klagte Helga Dietenberger (SPD).

Das könnte Sie auch interessieren

„Das Thema steht mir oben. Ich will, dass wir endlich wieder frei entscheiden können.“ Franz Brüstle (Freie Wähler) erklärte: „Ich kann nur zustimmen, wenn auch die Deges an der Planung beteiligt wird.“ Bürgermeister Stefan Kaiser: „Hier handelt es sich um einen rechtsgültigen Bebauungsplan, den wir auch umsetzen wollen.“ Aus seiner Sicht werde dadurch die Autobahnplanung nicht berührt.

Die Abstimmung

Mit 15 Ja-Stimmen, sieben Gegenstimmen und drei Enthaltungen stimmte der Gemeinderat der Planung zu und beschloss die vierte Änderung des Bebauungsplanes „Rütte-Allischmatten“ als Satzung.