Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung war eine Bestandsanalyse der Friedhöfe in Albbruck, Birndorf und Unteralpfen und die Anpassung auf den künftigen Bedarf. Hintergrund ist der starke Rückgang bei den Sargbestattungen und der steigende Trend bei den Urnenbestattungen, die inzwischen bei 75 Prozent liegen.

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Hinzu kommt der Wunsch nach anonymen Bestattungsformen, etwa die Einrichtung eines „Friedwaldes“. Viele Gräber wurden inzwischen zurückgebaut, sodass sich auf manchen Feldern nur noch vereinzelt Gräber befinden. Platten und überflüssig gewordene Grabumrandungen wurden inzwischen abgeräumt. Handlungsbedarf besteht vor allem auf dem Albbrucker Friedhof, wo das 2017 angelegte Gräberfeld für Urnen bald belegt sein wird. Bürgermeister Stefan Kaiser: „Derzeit sind noch 15 Gräber frei, in den nächsten vier Jahren rechnen wir mit einem zusätzlichen Bedarf von 60 Gräbern.“ Danach werde es möglich sein, die Nachfrage nach neuen Urnengräbern durch zurückgegebene Grabrechte zu decken.

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Anders auf den Friedhöfen Birndorf und Unteralpfen, wo für die nächsten Jahre genügend Urnengräber zur Verfügung stehen. Zu berücksichtigen bleibt der zunehmende Wunsch nach anonyme Urnenbestattungen durch das Anbieten einer optisch ansprechenden Fläche. Dem wolle die Gemeinde jetzt auf dem Albbrucker Friedhof Rechnung tragen. Als Fläche bietet sich das zentral gelegene Feld südlich der Kriegsgräber an. Hier wurden bereits viele Erdgräber abgeräumt, sodass in diesem Bereich eine größere, etwas vernachlässigte Freifläche entstanden ist. Daher wurde die Albbrucker Gartenbaufirma Schlachter beauftragt, einen Vorschlag zur Neugestaltung zu machen und ein Angebot zu unterbreiten.

Geplant ist, mit den reichlich vorhandenen Natursteinplatten einen Weg anzulegen. Denkbar sei auch, einige Steinquader aus dem Bestand der ehemaligen Eisenbahnbrücke so anzuordnen, dass die Steine zum Verweilen und zum Ablegen der mitgebrachten Blumen und Gestecke in Frage kämen. Auf der neu angelegten Rasenfläche sollen dann verschiedene Bäume gepflanzt werden, um der Fläche den Charakter eines Friedwaldes zu geben. Dazu liegt eine Zusage der Badenova vor, neun Bäume zu spenden, sodass mit einer Einsparung von fast 5000 Euro zu rechnen wäre.

Die wenigen noch vorhandenen Erdgräber könnten durch eine Bepflanzung optisch abgetrennt werden. Bei Bedarf, so Stefan Kaiser, bestünde auch die Möglichkeit, auf dieser Fläche halb anonyme Urnenbestattungen anzubieten. Helga Dietenberger (SPD) befürwortete die Pläne, hielt es aber auch für nötig, einen Platz für Sternenkinder auszuweisen. Franz Brüstle (FWV) empfahl, nach dem Vorbild der Gemeinde Häusern einen Ruhewald außerhalb des Friedhofes anzulegen. „Nicht jeder möchte auf einem Friedhof bestattet werden“, sagte er.