Für zahlreiche Waldbesitzer dürfte die Gründung einer Waldgemeinschaft der richtige Schritt für die Bewirtschaftung ihrer teilweise schlecht zugänglichen Waldstücke sein. Zudem stellen Sturmschäden, Klimaveränderung und nicht zuletzt der Borkenkäferbefall die Eigentümer vor steigende Herausforderungen, denen sich viele nicht mehr gewachsen fühlen und die innerhalb der Waldgemeinschaft besser gemeistert werden können.

„Eine große Anzahl von Besitzern signalisierten die Akzeptanz der Waldgemeinschaft“, sagte der Leiter des Forstbezirks West, Markus Rothmund, bei der zum Prozedere gehörenden Informationsveranstaltung. Es werde in einem Zukunftsmodell Neuland betreten, das ökologische und wirtschaftliche Vorteile bringen werde, sind sich die Forstleute einig. In der vielseitigen Waldstruktur sind die Besitzverhältnisse sehr unterschiedlich. Die zersplitterte Kleinparzellierung kann in der Gemeinschaft zu einem Ganzen zusammengeführt werden. Innerhalb des vor einem Jahr gestarteten Verfahrens sind bei der Forstbehörde von 120 Waldbesitzern positive Rückmeldungen eingegangen. „Die von uns angepeilten 100 Hektar sind bereits auf 140 Hektar aus dem Privatwaldbesitz und weiteren Flächen der Gemeinde zum Tausch oder Arrondierung auf insgesamt 160 Hektar angestiegen“, berichtete Markus Rothmund den interessierten Waldbesitzern.

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In der voraussichtlich im kommenden Jahr zu gründenden Waldgemeinschaft bringen die Eigentümer ihren Waldbesitz ein. Künftig sind sie Teil der „Miteigentümergemeinschaft“ mit im Grundbuch verbrieften Anteilen, die vererbt, verkauft oder zugekauft werden könnten. Mehrfach betonte Markus Rothmund, dass der Beitritt völlig freiwillig sei. Ziel der Waldgemeinschaft sei es, Gewinn zu erzielen, der nach der angestrebten Rücklagenbildung jährlich anteilsmäßig ausgeschüttet werde.

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Nachdem von einem externen Gutachter die 330 Wald- und teilweise mit Grünflächen ergänzten Flächen bewertet wurden, hat sich ein Boden- und Bestandswert von 1,246 Millionen Euro ergeben. Errechnet wurde ein Anteilwert von 200 Euro. Zwischenzeitlich liegen die Bewertungsergebnisse den Eigentümern vor. Diese haben sich bis zum 31. Oktober 2020 per Unterschrift zu erklären, ob sie künftig Miteigentümer der Waldgemeinschaft werden wollen.

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Diese Mitgliedschaft sei ein Schritt nach vorne, sagte Bürgermeister Stefan Kaiser. In dem heute 180 Hektar großen Gemeindewald habe es in den vergangenen Jahrzehnten keine roten Zahlen gegeben, was auch von der Waldgemeinschaft zu erwarten sei. „Für Sie wird sich die Kostenseite verbessern und auch auf der Ertragsseite werden Sie besser gestellt sein“, schätzte Stefan Kaiser. Zudem dankte er den Forstleuten für ihren Einsatz, der es ermöglichte, dass bei der Einrichtung der Waldgemeinschaft 90 Prozent der Kosten vom Land gefördert werden.

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