1967 kam Otto Westermann als junger Lehrer nach Buch. Jetzt hat er sein Haus verkauft, um zum Ende des Monats mit seiner Frau zur Tochter ins Allgäu zu ziehen. „Mit zunehmenden Alter werden wir nicht ohne Hilfe auskommen“, begründete der 86-Jährige seinen Entschluss. In Albbruck machte sich Westermann vor allem als Leichtathlet und Mitbegründer des SV Buch einen Namen.

Westermann war ein sehr guter Vierhundert-Meter-Läufer und Speerwerfer. In Buch rief er eine Leichtathletikabteilung ins Leben, die viele Jahre von seiner Ehefrau Beate geleitet wurde. 1972 gründete er zusammen mit seinem Kollegen Jürgen Munzert den SV Buch. Beim Training musste er sich allerdings oft, mangels Halle und Bahn, auf das Laufen in Wald und Flur beschränken. Daneben gab es den wöchentlichen Lauftreff. Einmal im Jahr startete man zur 60 Kilometer langen Himmelreich-Tour, die über den Feldberg und den Hinterwaldkopf nach Himmelreich führte.

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1974 kam es zur Gründung der LG Hohenfels durch Karl Haas aus Albbruck, an der auch Otto Westermann beteiligt war. Ziel war es, das Leichtathletiktraining auf eine breitere Basis zu stellen. Der LG schlossen sich der SV Albbruck, der SV Buch, der TV Laufenburg und der ESV Waldshut an. „Viele der Einzel- und Mannschaftstitel, die bei Badischen, Baden-Württembergischen und Deutschen Meisterschaften gewonnen wurden, trugen die Handschrift Otto Westermanns“, erinnert sich Karl Haas. Einer der Höhepunkt war der dritte Platz von Harald Scherer bei den Deutschen Meisterschaften im Hochsprung.

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Westermann richtete für die LG Hohenfels unter anderem zwei Badische Waldlaufmeisterschaften auf dem Estelberg und am Stieg in Unteralpfen aus sowie eine Landes-Crossmeisterschaft in Schachen. Außerdem engagierte er sich über viele Jahre bei der größten Schülerlaufveranstaltung in Baden-Württemberg, dem Minimarathon in Tiengen. Auch bei „Jugend trainiert für Olympia“ machte er sich Westermann einen Namen. Dazu kam der Schluchseelauf, der 1984 zum ersten Mal stattfand und zu einem großen Erfolg wurde. Bei den Vorbereitungen, beim Auf- und Abbau und am Verpflegungsstand war das Ehepaar Westermann eine unentbehrliche Hilfe.

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Beate Westermann war eine wertvolle Kraft als Kampfrichterin bei vielen Veranstaltungen, auch über den Bezirk Oberrhein hinaus. Auch die fünf Kinder des Ehepaares waren alle sportlich aktiv und in verschiedenen Disziplinen erfolgreich. Daneben hatte Otto Westermann ein Herz für Umweltbelange: Als Vertreter der Grünen war er von 1984 bis 1999 Mitglied im Albbrucker Gemeinderat. Wichtig war ihm auch die Arbeit im eigenen Garten und im eigenen Wald, wo er sein Holz für den häuslichen Bedarf schlug.