Längst nicht mehr alle Nachfolger in landwirtschaftlichen Betrieben, Obstanlagenbesitzer oder Besitzer von Bauernhöfen nutzen heute noch das Brennrecht. Doch gibt es immer noch begeisterte Brenner, die nicht nur das Erbe ihrer Vorfahren weiterführen, sondern mit Begeisterung Neues ausprobieren. Nicht selten stellen sie ihre Produkte dann bei der alle zwei Jahre vom Kleinbrennerverband Baden veranstalteten Prämierung an. Bei der diesjährigen Verkostung „Prämierung Baden Best Spirits 2020“ gab es für die Teilnehmer aus der Gemeinde Albbruck einen wahren Medaillenregen.

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Senior-„Hirschen“-Wirt Josef Ebner aus Birndorf erhielt für alle zur Prämierung angestellten Edelbrände und Liköre neben sechs Goldmedaillen vier Silber- und eine Bronzemedaille und als besondere Auszeichnung mit der zu erreichenden Höchstpunktzahl für seinen Quittenbrand einen Ehrenpreis. Der heute 84-jährige Brenner ist mit der Brennerei vom Birndorfer „Hirschen“ groß geworden. Als Junge hatte er schon „Hilfsarbeiten“ übernehmen müssen. Nun, nach knapp 70 Jahren, hat er mit Sohn Cornelius einen Nachfolger gefunden. Groß sind die Fußstapfen, in denen sich die jüngere Generation bewegen wird. Langjährige Erfahrungen stecken in jedem Produkt. „Schließlich hat sich auch im Laufe der Jahre Vieles verändert.“

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Wer von Hochprozentigem redet, meine heute ein Produkt mit um die 40 Prozent Alkohol mit sanft-gutem Geschmack. „Die Sortenreinheit hat sich im Laufe der Jahrzehnte durchgesetzt.“ Waldhimbeergeist, Zibartenbrand oder Quittenbrand seien heute längst keine Exoten mehr, sondern vielgefragte Spezialitäten neben dem Williams-Christ-Birnenbrand oder den Kirsch-Destillaten. Bei der großen Sortenvielfalt, die auch andere Brennerkollegen herstellen, setze sich aber nur erstklassige Qualität durch. Experten seien sich einig, dass bereits Bronze „gut“, Silber „sehr gut“ und Gold sogar als „überragend“ einzustufen sei und ein Ehrenpreis als höchste Auszeichnung etwas ganz Besonderes bedeute.

Geteigertes Qualitätsbewusstsein bewies auch Franz Indlekofer aus Birkingen. „Ich habe 26 Edelbrände angestellt und mit sieben Gold-, 14 Silbermedaillen und fünf Bronze noch nie so viele Medaillen erreicht wie in diesem Jahr“, sagte der engagierte Obstbauer, der mit der Brennerei die seit Jahrzehnten bestehende Familientradition fortsetzt. Bis ihm seine „Gold-Zwetschge“ mit Fruchtauszug aus ursprünglich feinem, bereits prämierten und nachgereiften Schwarzwälder Zwetschgenwasser und verfeinert mit eingelegten frischen Zwetschgen schließlich die Goldmedaille einbrachte, brauchte es neben der Kreativität auch ein hohes Maß an Erfahrung.

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Der Jüngste in dem erfolgreichen Brennertrio ist Josef Winkler aus Buch. Er war erstmals bei der Prämierung dabei und hatte auch gleich einen 100-prozentigen Erfolg. In seinem Hofladen stehen nun ein mit Silber und zwei mit Bronze ausgezeichnete Edelbrände in den Regalen. Vater und Großvater hatten schon früher die Wintermonate zum Brennen genutzt und sich mehr oder weniger auf die in den eigenen Obstanlagen herangereiften Früchte konzentriert.

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