Bürgermeister Stefan Kaiser stellte das Projekt „Soziale Nachbarschaft und Technik“ im Gemeinderat vor, das bei den Vereinen und den Kirchen auf positive Resonanz gestoßen sei. Stefan Kaiser: „Insgesamt ein tolles Projekt, das uns hilft, intensiver miteinander zu kommunizieren und dabei auch ältere Mitbürger einzubeziehen.“ Gleichzeitig schränkte er aber auch ein: „Ob es eine gute Sache ist, das muss sich erst erweisen“. Um das beurteilen zu können, wolle die Gemeinde erst in die zweijährige Testphase einsteigen. Bei der Abstimmung im Gemeinderat gab es zwei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen. So sorgte sich etwa Helga Dietenberger (SPD), dass sie über das neue Netzwerk mit Werbung zugeschüttet werden könnte.

  • Hintergrund: Auch in Albbruck steigt der Anteil der älteren Mitbürger. Laut Statistik leben in den acht Ortsteilen derzeit rund 1000 Personen, die über 65 Jahre alt sind. Und die Verwaltung rechnet damit, dass diese Zahl in den nächsten Jahren auf 1500 ansteigen wird. Um die Weichen rechtzeitig zu stellen, soll eine digitale Begegnungs- und Hilfeplattform zur Verfügung gestellt werden, die von den Gemeinden, Kirchen, Schulen, Vereinen und der ganzen Bevölkerung genutzt werden kann. Der Bau des geplanten Zentralklinikums in Albbruck wird voraussichtlich den Zuzug älterer Menschen zusätzlich steigern.
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  • Ziele: Ältere Menschen sollen intensiver am öffentlichen Leben teilhaben können. Zugleich soll mit der Plattform das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ realisiert werden können. Vereine erhalten die Möglichkeit, neue Mitglieder zu rekrutieren, ihre Arbeit effektiver zu gestalten und jederzeit mit ihren Mitgliedern zu kommunizieren.
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  • Soziale Integration: In Albbruck sind 20 Prozent der Einwohner evangelisch, die meisten von ihnen Zugezogene. Hier leisteten die Caritas, die Arbeiterwohlfahrt und die evangelische Kirche einen Beitrag zur sozialen Integration, ebenso die Kirchen und die Gemeinde, die alljährlich einen Seniorennachmittag anbieten. Aber das reicht nicht, um das Bedürfnis nach sozialer Integration abzudecken, vor allem bei den älteren Mitbürgern. Hinzu kommt, dass längst nicht alle Senioren über ein eigenes Fahrzeug verfügen, eine Lücke, die auch durch den öffentlichen Nahverkehr nicht geschlossen wird, zumal, wenn man mit dem Rollator unterwegs ist. Bisher gab es bereits die Nachbarschaftshilfe, die sich gut bewährt hat, ein Prinzip, das durch das neue Netzwerk weiter ausgebaut werden könnte, so der Bürgermeister.
  • Entwicklungsmöglichkeit: Das Portal SoNaTe ist auf eine schrittweise Erweiterung ausgelegt, etwa durch eine Schul- und Rathaus-App, eine App für Seniorenweiterbildung, Online-Gottesdienste, Gemeindebücherei und für ein Gemeindeportal. Bei Bedarf kann das Portal auch von Ärzten, Firmen und anderen Organisationen genutzt werden. Hinzu käme auch eine Vernetzung innerhalb der Gemeinde, mit der Diakonie, der Caritas und der Kreisverwaltung. Inzwischen fand bereits eine Online-Versammlung aller Albbrucker Vereine zusammen mit den Kooperationspartnern statt.
  • Kooperationspartner sind Pfarrerin Heidrun Moser (evangelisches Pfarramt), Pfarrer Klaus Fietz (katholische Pfarramt), Klaus und Christel Weigelt als Stifter, Doris Kohler von der Nachbarschaftshilfe und Bürgermeister Stefan Kaiser. Das Echo, so Kaiser, sei durchweg positiv gewesen. Als nächster Schritt ist eine Testphase mit einer Basisanalyse angedacht. Dazu haben sich bisher elf Teilnehmer angemeldet.