16,3 Millionen Euro wird der Aus- und Umbau der Kläranlage der ehemaligen Papierfabrik kosten, die im November 2017 in den Besitz des „Abwasserzweckverbandes Vorderes Albtal„ (AVA) übergegangen ist. Der Betrieb der Anlage ging am 1. Januar 2018 auf den Verband über. Im Frühjahr 2021 soll mit dem Umbau und der Modernisierung begonnen werden, eine Maßnahme, die sich über Jahre hinziehen wird. In der jüngsten Sitzung des Zweckverbandes erklärte der Verbandsvorsitzende, der Albbrucker Bürgermeister Stefan Kaiser, dass der Ausbau in Schritten vorgenommen werden müsse, um den laufenden Betrieb aufrecht erhalten zu können.

„Wir können nicht alles gleichzeitig machen“, sagte er. Erfreulich sei, dass für alle Abschnitte und für die gesamte Umbauphase schon jetzt die erforderlichen Landeszuschüsse zugesagt wurden. „Es liegt eine arbeitsintensive Zeit vor uns, aber wir schaffen das“, sagte Stefan Kaiser. Inzwischen musste die Planung modifiziert und der aktuellen Entwicklung angepasst werden. Dazu gehören der Neubau des Kreiskrankenhauses in der unmittelbaren Nachbarschaft, das neue Baugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik für rund eintausend Neubürger und der Beschluss der Gemeinde Görwihl, ihre gesamten Abwässer künftig der Kläranlage Albbruck zuzuführen.

Besprechungen mit Behörden

In den zurückliegenden Wochen und Monaten, so berichtete der Verbandsvorsitzende, fanden Besprechungen mit den zuständigen Behörden des Landratsamtes Waldshut und des Regierungspräsidiums Freiburg statt, bei denen die verschiedensten Aspekte und Bedingungen erörtert wurden, um die gewonnenen Erkenntnisse in den Planungen berücksichtigen zu können.

Das Vorstandsteam des „Abwasserzweckverbandes Vorderes Albtal“, von links der Verbandsvorsitzende Stefan Kaiser, Stellvertreter Carsten Quednow und Rechnerin Julia Dannenberger.
Das Vorstandsteam des „Abwasserzweckverbandes Vorderes Albtal“, von links der Verbandsvorsitzende Stefan Kaiser, Stellvertreter Carsten Quednow und Rechnerin Julia Dannenberger. | Bild: Manfred Dinort

Ein zentrales Thema der Sitzung war die Vorstellung der aktuellen Planung durch einen Vertreter der Weber Ingenieure GmbH aus Pforzheim. Teile der alten Anlagen werden zurückgebaut, andere entstehen neu. So wurden die ehemaligen Tropfkörperanlagen bereits demontiert, um Platz für ein neues Verwaltungs- und Technikgebäude zu schaffen. Ziel sei es, die Effizienz der Anlagen deutlich zu erhöhen und den Energieverbrauch drastisch zu senken. Der Klärschlamm soll nach der Trocknungsphase für das neu geplante Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmegewinnung genutzt werden. Die überschüssigen Energien könnten an das künftige Kreisspital abgegeben werden. Voraussetzung sei eine gut funktionierende Vernetzung der beiden Standorte.

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Wichtig sei auch, die Lärm- und Geruchsemissionen zurückzufahren. Daher soll auch der bereits vorhandene Wall zum Krankenhausareal erweitert werden. Zur Sitzung eingeladen waren auch Vertreter der Schweizer Nachbargemeinde Schwaderloch, die, neben Dogern und Görwihl, ebenfalls dem Verband angehört und ihre Abwässer in die Albbrucker Kläranlage einleitet. Das Landratsamt war vertreten durch Hannelore Raufer, Leiterin des Kommunal- und Rechnungsprüfungsamtes. Bei den Vorstandwahlen wurde Carsten Quednow, Bürgermeister von Görwihl, erneut zum stellvertretenden Verbandsvorsitzenden gewählt. Einstimmig beschlossen wurde auch der Haushaltsplan 2021, der Investitionen in Höhe von 1.075.500 vorsieht.