Nicht etwa der Verhüllungskünstler Christo oder einer seiner Nachahmer war am Rheinsteg zwischen Albbruck und Schwaderloch am Werk. Vielmehr wurde in den vergangenen Wochen die Brücke komplett eingehaust und mit wasserdichter Folie ausgekleidet, damit bei den anstehenden Sanierungsarbeiten weder Abbruchmaterialien noch alles, was auf der Baustelle zum Einsatz kommt, in den Rhein oder die Umwelt gelangen kann.

Bis vor vier Tagen hat die Radag (Rheinkraftwerk Albbruck Dogern) auf die vom Bundesamt für Energie in Bern zu erteilende Bewilligung der Unterhaltungsarbeiten gewartet. Sie ist in internationaler Abstimmung zwischen den deutschen und Schweizer Behörden erarbeitet worden und am 1. April eingegangen. Dies bedeutete den unmittelbaren Start der eigentlichen Arbeiten.

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Die Arbeiten werden von beiden Länderseiten des Stegs aus vorgenommen. Die Mannschaftscontainer stehen auf der Schweizer Seite, ebenso wie das Magazin. Wie von der Schluchseewerk AG zu erfahren war, werden im Durchschnitt fünf bis sieben Personen täglich auf der Baustelle arbeiten. Nach wie vor sei geplant die Arbeiten bis Ende August 2020 zu Ende zu bringen. Dieser Zeitpunkt könne sich allerdings vor dem Hintergrund möglicherweise noch ausstehender zusätzlicher Covid-19-Einschränkungen verschieben.

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Bis die Brücke, die eine von Fußgängern und Radfahrern viel genutzte Verbindung zwischen den beiden Ländern darstellt, wieder geöffnet werden kann, sind umfangreiche Arbeiten vorgesehen. Das Gesamtpaket der Maßnahmen beinhaltet die Betonsanierung der Brückenwiderlager, die Erneuerung der Brückenplatte, die Sanierung der korrosionsgeschädigten Stahlkonstruktion an den Widerlagern sowie die Sanierung der Brückenlager an den Widerlagern und Pfeilern. Erneuert wird der Korrosionsschutz der Stahlkonstruktion und zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Radfahrer das Brückengeländer erhöht.

Erinnerungen

Längst haben sich die Menschen auf beiden Seiten des Rheins daran gewöhnt, ungehindert über die Brücke ins jeweilige Nachbarland zu kommen. Kaum jemand erinnert sich noch an die Zeit, als in den Nachtstunden von Schweizer Zöllnern das zusätzlich mit Stacheldraht gesicherte Metalltor verschlossen wurde. Es werden ebenso immer weniger Zeitgenossen, die einst von Schwaderloch her in Richtung Albbrucker Kraftwerk oder zur Papierfabrik zu Fuß oder mit dem Fahrrad über den „Steg“ zu ihrem Arbeitsplatz kamen und andererseits deutsche Grenzgänger schließlich ab dem Bahnhof Schwaderloch den Weg zur Arbeit nahmen.

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