Vor drei Jahren, im Juli 2017, hat Stefan Maise erstmals einen Antrag an die Gemeinde gestellt, die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Einrichtung eines Naturcampingplatzes auf seinem Gelände am südöstlichen Ortsrand von Unteralpfen zu schaffen. Vorweg gab es eine Stellungnahme der Genehmigungsbehörde des Landratsamtes, die sich grundsätzlich positiv zu dem Vorhaben äußerte. Auch seitens der Gemeindeverwaltung wurde eine Erweiterung des Angebots an Übernachtungsmöglichkeiten begrüßt. Befürwortet wurde das Vorhaben auch von Wolfgang Pfrommer, Geschäftsführer des Vereins Eco Camping.

Erhebliche Bedenken wurden hingegen von den benachbarten Landwirten geäußert, die ein großes Konfliktpotenzial ausmachten. Vor allen in den Spitzenzeiten, während des Sommers und der Ernte, seien Lärm- und Geruchs­emissionen unvermeidlich: „Wie sollen da die Camper zur Ruhe kommen?“ Eine tolle Sache, aber am falschen Ort, so äußerte sich damals der Unteralpfener CDU-Gemeinderat Daniel Moser. Auch nach einem Vor-Ort-Termin blieben die Fronten verhärtet.

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Jetzt, nach drei Jahren, hat Stefan Maise einen neuen Anlauf genommen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bekam er die Gelegenheit, sein Projekt erneut vorzustellen, ein Projekt in abgespeckter Form mit deutlich reduzierten Gästezahlen. Statt für 150 Personen soll das Gelände nur noch Platz für 50 Personen bieten. Das Gelände auf der oberen Seite, in der Nachbarschaft der beiden Aussiedlerhöfe, soll ganz freigehalten und durch einen Grünzaun dicht gemacht werden. Doch auch diesmal fand der Antragsteller keine Zustimmung.

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Der CDU-Fraktionsvorsitzende Claus Schlachter erklärte: „Die alte Problematik bleibt weiterhin bestehen, auch wenn in der Planung vieles heruntergefahren wird.“ In der Nachbarschaft sind zwei Vollerwerbslandwirte, da sei eine Vielzahl von Konflikten vorprogrammiert, die man nicht kleinreden könne. „Wir lehnen das Projekt ab.“ Helga Dietenberger (SPD) sagte: „Auch unsere Einstellung hat sich nicht geändert.“ Zu befürchten sei, dass nach und nach auch der obere Teil belegt werde. Ihre Fraktionskollegin Britta Ebner kritisierte: „Das Konzept ist für mich nicht schlüssig.“ Da sei alles drin, was gerade schick und modern sei, „wie in einer Haribo-Tüte.“ Alois Eckert (CDU) meinte, die Topografie sei ungeeignet, ihm käme das alles wie ein Gemischtwarenladen vor. Marion Kuder (CDU) ermahnte, dass jeder seine Meinung eigenständig treffen sollte, ohne die Fraktion im Nacken zu spüren. „Unterstellungen stoßen bei mir auf.“ Lothar Schlageter (FWV) befand: Generell wäre ein solcher Platz zu begrüßen, „trotzdem muss über mögliche Konflikte geredet werden“.

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Zustimmung signalisierten Franz Brüstle (FWV) und Rainer Brudsche (die Grünen). „Mir gefällt das Konzept, aber ich habe aber den Eindruck, dass hier über Personen abgestimmt wird“, so Brudsche. Franz Brüstle sagte: „Hier wurde vieles aus dem Bauch heraus gesagt, wir sollten es aber vermeiden, Schwierigkeiten herbeizureden.“ Fair bleiben und dem Antragsteller eine Chance geben, forderte er. Bei einer Enthaltung stimmten 16 Gemeinderäte gegen den Antrag, fünf stimmten zu.

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