Der Gemeinderat Albbruck beschloss am Montag den Jahresabschluss 2020 des Eigenbetriebes Wasserversorgung, der mit einer Bilanzsumme von fast 6,5 Millionen Euro schloss. Davon entfallen 6,1 Millionen aufs Anlage- und 0,4 Millionen aufs Umlaufvermögen. Die Verbindlichkeiten liegen bei 4,5 Millionen Euro. Der Jahresgewinn 2020 betrug 14.108 Euro.

Der Gesamtverkauf stieg 2020 um 5100 auf 378.216 Kubikmeter. Die Verteilung des Wasserverkaufs entspreche, so Bürgermeister Stefan Kaiser, weitestgehend den Bevölkerungsanteilen der Ortsteile. Einzelne Verschiebungen seien durch Großabnehmer, etwa Gewerbetreibende, zu erklären.

Der Wasserbezug vom Zweckverband Höchenschwand sank im Vergleich zum Vorjahr um 48.000 auf 52.000 Kubikmeter, der niedrigste Wasserbezug seit 1988. Einer der Gründe dafür war, dass weiterer Zukauf aufgrund der coronabedingten Schließung des Freibades nicht notwendig war und gleichzeitig die Gewinnung aus eigenen Quellen gesteigert werden konnte.

Obwohl die Wasserversorgung 2020 mit einem Überschuss abschloss, müsse, so Gemeinderechner Philipp Bastian, ein kritisches Fazit zur wirtschaftlichen Lage gezogen werden. In Anbetracht der anstehenden Investitionen sei ersichtlich, dass die Finanzierung ohne weitere Kreditaufnahmen nicht möglich ist, denn die Liquiditätsreserven seien erschöpft. Die ersten Folgen dieser Entwicklung hätten sich bei der Gebührenkalkulation für 2022 gezeigt: Um die steigenden Aufwendungen zu decken, wurde eine massive Erhöhung notwendig.

Darüber hinaus bringe die finanzielle und wirtschaftliche Lage der Gemeinde den Eigenbetrieb in Bedrängnis, so dass man auf Dauer nicht ohne Kredite auskommen werde. Hinzu komme, dass die Wasserversorgung ab 2023 auf das neue Eigenbetriebsrecht umstellen muss, was zu weiteren Belastungen führen könnte. „Wieder eine neue Verordnung, die alles nur komplizierter macht und den Verwaltungsaufwand unnötig erhöht“, so Kaiser.