Wie wirkt sich das Corona-Geschehen auf die Finanzen der Gemeinde aus? In seiner jüngsten Sitzung folgte der Gemeinderat der Empfehlung des Verwaltungs- und Finanzausschusses und beschloss den Haushaltsplan 2021 sowie den Wirtschaftsplan 2021 des Wasserversorgungsbetriebes als Satzung.

Rücklagen federn Minus in der Kasse ab

Dabei konnte Bürgermeister Stefan Kaiser zunächst mit einer positiven Nachricht aufwarten: Aufgrund der Aktualisierung der Steuerschätzungen und weiteren Veränderungen bei den Berechnungsgrößen des Landes konnten beim Haushaltsplan 2021 Verbesserungen in Höhe von rund 425.000 Euro berücksichtigt werden. Trotz der nicht unerheblichen Verbesserungen, so Kaiser, bleibe die Kernaussage davon unberührt: „Die Gemeinde Albbruck wird 2021 ein negatives Gesamtergebnis ausweisen, das nur durch die Rücklagen aus 2019 gedeckt werden kann“.

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Weniger Gewerbesteuereinnahmen

Dieses negative Gesamtergebnis sei zu großen Teilen der Covid-19-Pandemie geschuldet. Im Vergleich zum Planjahr 2019 muss die Gemeinde in diesem Jahr allein bei der Gewerbesteuer mit Mindererträgen in Höhe von 1,5 Millionen Euro rechnen.

Investitionen sorgen für Mehrkosten

Hinzu kommen Mehrkosten in Höhe von 25.000 Euro für die Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten und 50.000 Euro für das Freibad, obwohl es in diesem Jahr geschlossen blieb. Zudem mussten 40.000 Euro für die Ertüchtigung des Freibades unter Corona-Bedingungen bereitgehalten werden. Daneben, so Stefan Kaiser, verbleibe ein weiterer Fehlbetrag in Höhe von 91.600 Euro, der nicht unmittelbar der Pandemie zuzurechnen sei.

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Weniger Lohn- und Einkommenssteuereinnahmen

Dazu käme die ausgebliebene positive Entwicklung der Steuern: In der Steuerschätzung vom Oktober 2019 ging das Finanzministerium von einer Steigerung der Steuern aus. Demnach hätte die Gemeinde für 2021 mit einem Anteil der Lohn- und Einkommenssteuer in Höhe von 5,25 Millionen Euro rechnen können. Tatsächlich kann aber für das kommende Jahr nur mit einem Ansatz von 4,77 Millionen gerechnet werden.

Diese 480.000 Euro Mehrerträge, mit denen die Gemeinde fest gerechnet hatte, fallen nun ersatzlos weg. Das Gleiche gilt auch für die Gewerbesteuer. Trotzdem bewegt sich der Haushalt 2021 nochmals auf einem Rekordniveau. Dazu stellte der Bürgermeister aber auch klar, dass nicht alles, was im Plan stehe, auch eins zu eins umgesetzt werden müsse. Im Laufe des Jahres gebe es immer wieder Änderungen, auf die man spontan reagieren müsse.