35 Jahre sind es her, dass die Katastrophe in Tschernobyl auch in der hiesigen Region die Menschen in Angst versetzte. Gartenfrüchte wurden wegen der Belastung mit den Umweltgiften vernichtet, Pilzsammler verzichteten jahrelang auf ihr Hobby und Wildbrett war lange Zeit von den Speisekarten verschwunden. Doch längst sind bei den meisten Menschen die Bedenken wieder in den Hintergrund gerückt und mit Corona kamen jetzt ganz andere Probleme.

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Gerade die Folgen der Pandemie treffen auch die Menschen in Belarus, die relativ nahe an dem von der Atom-Katastrophe betroffenen Unglücksort leben. Zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die vielfach in großer Armut der Menschen enden, kommen die politischen Verhältnisse hinzu, die nur schwer einen Blick in eine bessere Zukunft zulassen. Nicht zuletzt dadurch sind auch die persönlichen Kontakte der Akteure des Vereins Zukunft für Ritschow nach Ritschow und Schitkowitschi stark betroffen.

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Als im vergangenen Jahr die Vorbereitungen für die Kindererholung starteten und Reisegenehmigungen beantragt waren, hatten die Folgen der Pandemie, den von den Kindern so ersehnte und für ihre Gesundheit so wichtige Erholungsurlaub in der Region zunichte gemacht. „Auch in 2021 müssen wir auf die Kindererholung verzichten“, bedauerte die Vereinsvorsitzende Hedi Müller gemeinsam mit ihrer Vorstandskollegin Elena Denisova-Schmidt. Das Engagement der Beiden ist allerdings nicht kleiner geworden.

Spenden helfen

Schließlich erreichte sie vor einigen Wochen wieder ein Hilferuf aus dem staatlichen Krankenhaus in Schitkowitschi, das für 40.000 Menschen zuständig ist und dringend auf Unterstützung angewiesen ist. So konnte in der Vergangenheit dank der Unterstützung des Vereins die Kinderstation saniert und der Sanitärbereich neu installiert werden.

Im April 2020 konnte das Krankenhaus dank großzügiger Spenden an den Verein für die Anschaffung von notwendiger Schutzausrüstung und Luftreinigungsgeräten mit 10.000 Euro unterstützt werden. „Auch die so dringend notwendige Ersatzbeschaffung eines kardiologischen Sensors an einem Ultraschallgerät konnten wir durch die Übernahme der Kosten von 5000 Euro durch unseren Verein ermöglichen“, so Hedi Müller. Von allen Unwägbarkeiten verschont ist die Berufsförderung und Ausbildungshilfe für junge Leute. Durch die Verbundenheit mit den Partnern in Belarus werden die Kontakte lebendig gehalten.

Die Vereinsvorsitzende Hedi Müller (rechts) und ihre Stellvertreterin Elena Denisova-Schmidt halten trotz aller Schwierigkeiten die Vereinsaktivitäten aufrecht.
Die Vereinsvorsitzende Hedi Müller (rechts) und ihre Stellvertreterin Elena Denisova-Schmidt halten trotz aller Schwierigkeiten die Vereinsaktivitäten aufrecht. | Bild: Doris Dehmel