Trotz Corona bewegt sich der Gemeindehaushalt 2021 auf einem Rekordniveau. Das stellte Bürgermeister Stefan Kaiser in der Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses fest. Die Aufwendungen liegen bei 18,9 Millionen, der Finanzmittelbedarf klettert auf 19,6 Millionen Euro. Andrerseits liegen die ordentlichen Erträge 2021 nur bei 16,8 Millionen, das heißt, dass die Rücklagen aus den Vorjahren herangezogen werden müssen, um den Haushalt auszugleichen. Dabei sei es recht schwierig gewesen, aus einem Krisenjahr heraus in ein neues Jahr zu planen, so der Bürgermeister. Mit der jetzigen Planung werde aber erneut das große Entwicklungspotenzial der Gemeinde unter Beweis gestellt.

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Allein die Sanierung der Schulen Albbruck und Buch, der Ausbau des Breitbandes, der Bau des Feuerwehrgerätehauses Schachen und die Sanierung und Erweiterung der Mehrzweckhalle Schachen kämen auf 14,8 Millionen Euro. Klar sei auch, dass viele der Investitionen in 2021 nicht abgeschlossen werden könnten, bis 2023 seien insgesamt 31,5 Millionen Euro bereitzustellen. Ein Großteil der geplanten Maßnahmen hänge aber auch davon ab, „ob wir Zuschüsse kriegen oder nicht“. Jedenfalls handle es sich um ein ambitioniertes Programm, „wir werden sehen, was wir machen können und was nicht.“

7,1 Millionen Euro fehlen

Zum jetzigen Zeitpunkt fehlten 7,1 Millionen Euro zur Finanzierung der geplanten Maßnahmen. Absehbar sei, dass rund fünf Millionen Euro durch Kredite finanziert werden müssten. Daneben sei eine weitere Anhebung der Kreisumlage zu verkraften. Trotz der angespannten Finanzlage seien aber die Gemeinden gehalten, sich in ihrer Haushaltspolitik antizyklisch aufzustellen, also in Jahren, in denen die Wirtschaft schwächele, verstärkt zu investieren.

Trotzdem zeigte sich Stefan Kaiser zuversichtlich: „Aufgrund der umsichtigen Finanzpolitik der letzten Jahre können die beschlossenen Großprojekte finanziert und realisiert werden.“ Ein ganz neues Kapitel in der Haushaltsführung wird mit dem Thema „Abschreibungen“ aufgeschlagen. Im Rahmen des NHKR, des Neuen Kommunalen Haushaltsrechtes, sind die Gemeinden verpflichtet, auch die Abschreibungen im Haushalt auszuweisen und finanziell abzusichern. Derzeit, so Stefan Kaiser, gehe die Verwaltung davon aus, dass bis 2023 ein Abschreibungsvolumen von 3,3 Millionen Euro erreicht werde.

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Auf Dauer könnten aber Abschreibungen in diesem Umfang von einer Gemeinde wie Albbruck nicht geleistet werden. Ziel der langfristigen Planung müsse daher sein, die laufenden Abschreibungen zu reduzieren. Das könne aber nur dadurch erreicht werden, wenn auf Dauer das Investitionsvolumen heruntergefahren werde. „Damit werden wir eigentlich für unsere Investitionen bestraft“, stellte CDU-Sprecher Claus Schlachter fest. Bestens eingearbeitet in die Materie hatte sich der neue Rechnungsamtsleiter Philipp Bastian, der mit zahlreichen Daten und Details aufwarten konnte.

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