Im Zuge des Waldumbaus ist die Gemeinde Albbruck auf dem Weg, Öko-Punkte zu sammeln und sich ein Öko-Konto einzurichten. „Dabei sind wir inzwischen auf der Zielgeraden angekommen“, sagte Bürgermeister Stefan Kaiser in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Zu Gast waren Kreisforstmeister Markus Rothmund und Revierförster Wolfgang Walz, um über die erfolgten Maßnahmen zur Wiederaufforstung im Gemeindewald zu berichten. Die Umbaumaßnahmen seien bereits weitgehend abgeschlossen, so Markus Rothmund. „Wir rechnen damit, dass bis zum Ende des Jahres das Öko-Konto eingerichtet ist“, das für Ausgleichsmaßnahmen bei Bau- und Straßenbaumaßnahmen verwendet werden könne.

Zuvor aber müssten die Maßnahmen von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes anerkannt werden. Voraussetzung sei ein aktiver Waldaufbau mit klimaresistenten Baumarten, „so wie wir das auf den meisten Flächen des Gemeindewaldes umgesetzt haben“. Trotzdem, so Rothmund, werde man auch weiterhin mit der Fichte arbeiten und sie nicht ganz aus den Wäldern verbannen.

Die Waldgemeinschaft

Zur geplanten Waldgemeinschaft sagte Stefan Kaiser: „Da geht es vorwärts“, derzeit bewerte ein externer Gutachter die Waldparzellen. Die Gesamtfläche umfasse fast 80 Hektar, davon 19,9 Hektar Gemeindewald. „Jeder Teilnehmer behält anteilsmäßig sein Eigentum, auch wenn die Flächen künftig gemeinschaftlich bewirtschaftet werden“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde würde gerne mehr einbringen, „aber der Gemeindeanteil ist auf 25 Prozent gedeckelt“, erklärte Kaiser. Er rechne damit, dass im nächsten Jahr die Gründungsversammlung stattfinden werde. Er halte das für ein vorbildliches Modell, das auch auf andere Gemeinden ausstrahlen werde, „unsere Gemeinde liefert dafür die Blaupause“.

Der Zustand des Waldes

Wolfgang Walz erinnerte an die Dürrejahre 2018 bis 2020, die zu katastrophalen Waldschäden geführt hätten. Obwohl das laufende Jahr extrem feucht gewesen sei, sei der Käferbefall immer noch stark verbreitet. Der viele Regen hätte aber auch dazu geführt, dass viele Flächen, die neu bepflanzt wurden, zugewuchert seien und wieder freigeschnitten werden müssten. „Bei uns ist die Welle weitgehend vorbei, das Geschehen verlagert sich in höhere Lagen“, fügte er hinzu.

Holzpreise und Aufforstung

Bei den Holzpreisen habe es extreme Schwankungen gegeben, zuletzt wurden Rekordpreise von 125 Euro je Festmeter erzielt. Der Nachteil: „Alle hauen ihre Restbestände auf einmal ab, was sich dann wieder nachteilig auf die Preise auswirkt“, erklärte der Revierförster. Für eine Entlastung bei den Wiederaufforstungsmaßnahmen sorge die Universität Freiburg, die auf ihren Forschungsflächen die Aufforstung in eigener Regie vornehme. Auf Anfrage von Gemeinderat Josef Tröndle (CDU) erklärte Markus Rothmund, dass die Anlage eines Öko-Kontos auf kleinen Flächen wenig Sinn habe, da der Verwaltungsaufwand zu groß sei. Dafür bekämen die Privatwaldbesitzer die Kosten für die Pflanzen ersetzt.